Schlagwort-Archive: Juni

Schmetterlinge im Mai und Juni

Morgen, 10.6. findet die nächste Schmetterlingswanderung im Urseetal statt. Im Mai waren von den Tagfaltern Silberfleckperlmutterfalter, Grüner Zipfelfalter, Aurorafalter, Zitronenfalter und Kleiner Würfeldickkopffalter immer zu sehen. Von den übrigen Weißlingen war zu Ende des Monats zweimal ein Grünaderweißling zu beobachten, es flogen aber viele andere, nur waren sie nicht zu bestimmen. Aber auch der Trauermantel und der Kleine Feuerfalter waren immer wieder zu sehen. Am Ende des Monats kamen dann der Gelbwürfelige Dickkopffalter, Waldbrettspiel und ein Brauner Feuerfalter hinzu. Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs waren nur anfänglich zu sehen.

Nachtfalter flogen erst ab Mitte Mai: häufig Pantherspanner, Flecklaib-Labkrautspanner, Braune Tageule und Tagscheckeule, dazu ein Tageulchen, eine Minifalter.

Für den Juni können wir Scheckenfalter, weitere Perlmutterfalter, evtl auch schon Lilagold- und Violetten Feuerfalter erwarten. Dazu die Wiesenfalter Ochsenauge und Wiesenvögelchen. Jedenfalls soll es morgen warm werden und damit wird es Falterwetter:

Treffpunkt:

11.00 Uhr Grabenstrasse/Spitzhalde, Dauer etwa 2,5 Stunden evtl. auch länger. Die Wiesen sind nass, also geeignetes Schuhwerk anziehen.

Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge, Brennnessel-Zünsler, und der erste Lilagold-Feuerfalter in diesem Jahr

Beim Spaziergang am Moor heute nachmittag haben wir erfreuliches beobachtet: Die Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge haben wir noch nie gesehen, genauso wie den Brennnessel-Zünsler. Außerdem konnten wir diesem Jahr den ersten Lilagold-Feuerfalter finden.

Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge -- Saturnia pavonia
Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge — Saturnia pavonia

Die Raupen sitzen auf Mädesüß, das es ja im Urseetal in großen Mengen gibt.

Brennnessel-Zünsler -- Anania hortulata
Brennnessel-Zünsler — Anania hortulata

Dieser kleine Nachtfalter hing bei viel Wind an dem kleinen Halm und wurde hin und her geschüttelt.

Lilagold Feuerfalter - Lycaenae hippothoe
Lilagold Feuerfalter – Lycaenae hippothoe

Geschlechterkampf

Die Falterschwergewichte, die sich paarten, waren schwer aktiv. Während man bei anderen Faltern meistens keine Bewegung sieht, zerrte hier das Männchen das Weibchen die ganze Zeit hinter sich her.  Das war ein Geschiebe und Gezerre, mal flatterte das Männchen, mal das Weibchen, das sie beide gemeinsam am Klee saugen, war nur die kürzeste Zeit.  Viel Spass beim Zugucken!

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Quendelbläuling (Pseudophilotes baton) der 52. Falter im Urseetal

Beim Beobachten vom Hochmoor-Perlmutterfalter (wenigstens 6 Exemplare) saß auf einmal ein Bläuling bei uns. Das Foto zeigte eindeutig, dass es sich nicht um den Hauhechel-Bläuling handelte. Das Lepiforum.de bestätigte, es ist Pseudophilotes baton, der Westliche Quendel-Bläuling.

Dieser Falter ist seit Beginn der Aufzeichnungen nie in Lenzkirch gefunden worden, er steht auch nicht im Invertar des Ursee-Naturschutzgebietes. Er ist besonders geschützt laut Bundesartenschutzverordnung und gilt als stark gefährdet nach der Roten Liste. Die nächsten Funde waren 2011 in Titisee-Neustadt, 2004 in Feldberg und 2010 in St. Blasien. Also etwas ganz besonderes.

Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton
Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton

Oberseite (Foto von Sigi Kognitzki)

Quendelbläuling
Quendelbläuling, die (symmetrischen) schwarzen Flecken sind charakteristisch

Zum Verleich einen Hauhechelbläuling:

Hauhechelbläuling - Polyommatus icarus
Hauhechelbläuling – Polyommatus icarus

Dieser Falter hat einen weißen “Wisch” auf der Unterseite des Hinterflügels (und keine schwarzen Flecken auf der Vorderflügeloberseite).

Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae)

Gestern flog an unserem Teich eine bislang unbekannte Libelle. Aus den Bildern bei Google haben wir zuerst die Gefleckte Heidelibelle (weibl.) Sympetrum flaveolum identifiziert . Dieses Tier ist bereits für das NSG Ursee berichtet. Tatsächlich handelt es sich um das Weibchen der Schwarzen Heidelibelle, Sympetrum danae, das wesentlich farbiger ist als das Männchen (siehe etwas späteren Fund).2012-06-24 Gefleckte Heidelibelle2012-06-24 Gefleckte Heidelibelle

Die Schwarze Heidelibelle ist laut Bundes-Artenschutzverordnung besonders geschützt und in Baden-Württemberg auf der Roten Liste für die meisten als stark gefährdet (2) bzw. im Schwarzwald und am Hochrhein als gefährdet (3) eingestuft. Wurde auch wieder in 2013 beobachtet.

Kleines Pfingstgeschenk: Hochmoor-Perlmutterfalter

Der Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) ist vom Aussterben bedroht (andere Lesart: stark gefährdet) und wird daher besonders geschützt. Das ist jetzt der 45. Tagfalter im Urseetal.

BoloraiAquilonaris_2011_06_16_IMGP8910

Sowohl am 12. Juni und am 16. Juni haben wir den Hochmoor-Perlmutterfalter beobachtet.

Bei dieser Bestimmung haben das Lepiforum (Forum für Schmetterlinge und ihre Freunde) und Peter Simon aus Titisee-Neustadt geholfen. Herzlichen Dank!

Falter fotografiert

(auf das Bild klicken für eine Vergrößerung)

Die drei Schmetterlinge von heute sind besonders farbenprächtig: Natternwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania; links), Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe; mitte) und Violetter Feuerfalter (Lycaena alciphron; rechts).

Alle drei sind besonders geschützt durch die Bundesartenschutzverordnung; beide Feuerfalter gelten nach der Roten Liste als stark gefährdet, der Perlmutterfalter als gefährdet.

Schmetterlingsführung um die Kappeler Kiesgrube

Logo Heute nachmittag führte Peter Simon aus Titisee-Neustadt eine Gruppe von Interessierten auf eine Schmetterlingsexkursion entlang des Bähnleradweges in Kappel und zur ehemaligen Kiesgrube. Im Unterschied zu früheren Jahren wurden diesmal einige Schmetterlinge gefangen und konnten danach eindeutig bestimmt werden: Gerade bei den verschiedenen Perlmutterfaltern erwies sich die Methode als günstig: Es wurden, Silberfleck-Perlmutterfalter (Boloria euphorsyne), Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia), Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania) und der Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) bestimmt. Dazu wurden die häufigeren Arten Kleiner Fuchs, Schornsteinfeger, Kleines Wiesenvögelchen gezeigt. Bei den Mohrenfaltern flog der Gelbbindige Mohrenfalter (Erebia meolans). Bei schönstem Wetter gelang man zur Kiesgrube, wo in diesem Jahr noch keine Rinder weideten (Zum Glück). Dort waren zahlreiche Männchen und Weibchen des Hauhechelbläulings (Polyommatus icarus) zu finden.

Gebannt verfolgten die Teilnehmer immer wieder die Schwarzen (obere Bilder) und Roten (untere Bilder), die über dem Gutachtal kreisten.

SchwarzerMilan

Peter Simon wusste mit seinem Wissen über Lebensweise und Bedrohung der Schmetterlinge die Teilnehmer zu beeindrucken. Er konnte aber auch einige wunderschöne Pflanzen vorführen, Rote und Violette Akelei und (wenn auch wegen eines Wildschweinüberfalls von über 100 auf 1 Pflanze reduziert) die Orchideen in der Kiesgrube. Erschöpft nach dem langen und heißen Nachmittag, aber mit vielen neuen Informationen dankten ihm die Teilnehmer ganz herzlich.