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Interessante Insekten

Bei der Falterwanderung heute (19.08.2016) war es zu dunkel und kalt, als dass die ganze Falterpracht zu sehen war. Dafür aber bekamen wir heute einige Insekten zu sehen, die nicht alltäglich sind. Die Wanze taucht unter “Bilder von Wanzen” nicht auf , auch nicht in der Insektenbox, wo viele Wanzen beschrieben werden. Zu Hause saß dann ein großer Mochusbock an der Wand: Der Kabelschacht auf dem ersten Bild ist 2,8 cm breit, der Käfer ist etwa so lang ohne Fühler. Insgesamt ist er ein beachtliches Tier.

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Larve der Purpur-Fruchtwanze (Carpocoris purpureipennis)

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Mochusbock – Aromaria moschata (hier mit Blitz)

Falter waren heute auch zu sehen: Sehr frisch Rotkleebläuling und Hauhechelbläuling, auch die Trauermäntel fliegen in der neuen Generation.

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Hauhechel-Bläuling – Polyommatus icarus
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Rotklee-Bläuling – Polyommatus semiargus
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Hauhechel-Bläuling – Polyommatus icarus
Trauermantel - Nynphalis antiopa
Trauermantel – Nynphalis antiopa

Der Blick ist frei!

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Unverstellter Blick von der Pulverturmmoräne zum Moor – 2011-08-19

Ein weiterer Punkt des Projektteams Ursee wurde erfüllt: Jetzt gibt es einen unverstellten Blick von der Pulverturmmoräne bis zum Moor.

Im Rahmen der Enthurstung wurden auch die Fichten an der früheren Brückenrampe gefällt. Dadurch gibt es jetzt schon am Pulverturm eine Aussicht bis zum Moor. Die sichtbare Talaue ist vollständig in das Naturschutzgebiet eingegliedert. Letzteres umfasst aber weitere Wiesen und den Talgrund bis fast zur Straße von Lenzkirch nach Schluchsee. Auf dem Kahlschlag, von dem jetzt die schweren Fahrzeuge abgezogen sind, wird noch aufgeräumt. Am 22. Oktober 2011, einem Samstag, wird ein größeres Team versuchen, alles Reisig von der Kahlschlagfläche zu entfernen, damit dort ab dem nächsten Jahr gemäht werden kann. Für diese Aufräumaktion, die vom Regierungspräsidium, von der Gemeinde und vom Kulturlandschaftsprojekt geplant wird, werden noch Helfer gesucht.

Bis jetzt wurden 600 Festmeter Holz zur Verwertung abgefahren, etwa weitere 200 Festmeter warten darauf, abgefahren zu werden. Die zusammengetragenenen kleineren Bäume und das gröbere und feinere Astwerk werden zu Hackschnitzel verwertet. Mit dem Erlös aus diesen Verkäufen kann die Enthurstung finanziert werden.

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ehemaliger Fichtenwald, demnächst Moorwiese – 2011-08-19

Der Kahlschlag ist in seinem linken Rand schon soweit aufgeräumt, dass in der nächsten Woche eine nach Naturschutz-Richtlinien passende Samenmischung ausgebracht werden kann, die bis zum ersten Frost keimen und heranwachsen soll. Der übrige Teil wird noch in diesem Jahr soweit von Reisig geräumt, dass im nächsten Jahr mit Balkenmähern gemäht werden kann. Auf den Einsatz von Schleppern muss hier verzichtet werden, weil der Grundwasserspiegel nur etwa 30 bis 50 cm unter der Oberfläche liegt und damit jeder Schlepper gefährdet ist, sich festzufahren.

Wir hoffen, dass die freie Sicht auf den See und das NSG helfen, den Naturschutzgedanken weiter im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

Alcis repandata – Wellenlinien-Rindenspanner

Alcis repandata - Wellenlinien-Rindenspanner - 2011-08-13
Alcis repandata – Wellenlinien-Rindenspanner – 2011-08-13

Auch dieser Nachtfalter aus der Familie der Spanner – Geometridae fand sich in unserem Wintergarten. Da die charakteristische Wellenlinie bei diesem Tier nicht so deutlich erkennbar ist, brauchte Bestimmung etwas länger. Der Wellenlinien-Rindenspanner ist häufig, findet sich fast überall in Europa und hat ein breites Nahrungsspektrum. Er gilt als nicht gefährdet.

Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule

Cerapteryx graminis - Dreizack-Graseule - 2011-08-14
Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule – 2011-08-14

Gestern bei Sonne und viel Wind eine übliche Falterwanderung am Waldrand im Urseetal gemacht. Wo früher im Jahr hunderte von Tagfaltern flogen, habe ich außer mehreren Kleinen Kohlweißlingen (?) einen kleinen Feuerfalter und einige Nachtfalter gesehen. Dieser hier ließ sich fotografieren: Es ist Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule . Der Falter ist eher im Gebirge und dort bis zu einer Höhe von 2000 msm zu finden. Als Habitat werden “Feuchte Wiesen, Moorwiesen, grasige Schonungen” (aus der Insektenbox) genannt. Flugzeit Juli bis September

Triodia sylvina – Ampfer-Wurzelbohrer

Triodia sylvina - Ampfer-Wurzelbohrer
Triodia sylvina – Ampfer-Wurzelbohrer

Dieses nette Tier fand in unserem Wintergarten heute nicht den Weg nach draußen (stürmische und regnerische Nacht). Nach längerem Suchen in der Bestimmungshilfe des Lepiforums unter den Eulen (Noctuidae) stellte sich dann heraus, dass es sich um einen Wurzelbohrer (Familie der Hepalidae) handelt. Es ist der Triodia sylvina – Ampfer-Wurzelbohrer, der häufig im Hochsommer fliegt.Die Raupen ernähren sich von Ampfer, Malve und Wegerich, aber auch von Salat 🙁 und finden daher wohl ganz nette Bedingungen in unserem Garten und drum herum.

Spilosoma urticae – Schmalflügeliger Fleckleibbär

Ein Irrläufer in unserem Bad:

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Schmalflügeliger Fleckleibbär – 2011-08-11

Auf dem Rücken hat das Tier noch eine helle Linie. Es handelt sich um den Schmalflügeligen Fleckleibbär aus der Familie der Bärenspinner (Arctiinae). Der Falter selbst ist leuchtend weiß.

48. Tagfalterart: Weißklee-Gelbling

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Colias hyale? – 2009-10-03

 

Nicht jeder gelbe Falter ist ein Zitronenfalter! Diesen Falter habe ich schon vor einiger Zeit fotographiert, aber erst jetzt (hoffentlich) richtig identifiziert. Der Weißklee-Gelbling ist – im Gegensatz zu anderen ähnlichen Gelblingen – im Hochschwarzwald nachgewiesen, aber insgesamt selten und in Baden-Württemberg in vielen Regionen wenig erforscht. Alternativ handelt es sich um den Wandergelbling (Colias crocea), der auch für den Hochschwarzwald berichtet wird. Die hier nicht abgebildete Oberseite von C.crocea wäre aber eher orange als gelb. Vom noch selteneren Hochmoor-Gelbling (Colias palaeno) unterscheiden sich diese beiden Arten vor allem dadurch, dass letzterer nur einen einzelnen weißen Fleck auf der Hinterflügelunterseite aufweist. Auch am 26.August 2008 einen praktisch gleichen Falter beobachtet.

Wer bin ich?

Wer bin ich?
Wer bin ich?

Dieses Tier fand sich gestern bei kühler Witterung auf unserer Terrasse. Stellte sich natürlich die Frage, um wen es sich handelt. Die Vermutung, dass es sich um eine Schmetterlingslarve handelt, sollte natürlich mit der Identifizierung der Art bestätigt werden. Dafür dient die Bestimmungshilfe des Lepiforums. Dort sind auf neun Photo-Seiten Raupen der verschiedenen Schmetterlingsfamilien abgebildet. Auf der neunten Seite finden sich eine Familie: Pantheidae, die dem abgebildeten Tier von den Formen her ähnlich ist. Die drei Arten der Pantheidae sind leider nicht mit unserem Tier identisch. Doch ein weiteres Borstentier bei der nächten Familie: Lymantriidae (Trägspinner, Schadspinner) hilft dann auf die Sprünge. Dort findet sich auf der zweiten Seite ein Bild, bei dem das Tier ebenfalls die vier gelben Rückenbürsten aufweist. Und damit haben wir den Namen: Orgyia antiqua (Schlehen-Bürstenbinder, oder -Bürstenspinner).

Um auf unsere Terrasse zu gelangen, hat dieser Bürstenbinder wenigstens eine Strasse überquert und eine Wanderung von 50 Metern und mehr hingelegt, denn in der Nähe stehen keine Schlehen. Erstaunlich!

Mittlerer Perlmutter – Argynnis niobe, 47. Tagfalterart im Urseetal

Beim Katalogisieren von Falterbildern aus vier Jahren Beobachtung ist der nächste Falter, der 47. Tagfalter, aufgetaucht: Argynnis niobe – Mittlerer Perlmutterfalter.

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Ein Falter, der in Baden-Württemberg (BW) fast ausschließlich im Schwarzwald, vor allem im Hochschwarzwald und vereinzelt auf der Schwäbischen Alb vorkommt. Hier an Rotklee saugend. Wegen der geringen Zahl der Funde ist diese Art in BW wenig untersucht, Eiablage und Raupennahrung sind nicht bekannt.

Diese Falterart gilt als gefährdet und ist besonders geschützt.