Wer bin ich?

Wer bin ich?
Wer bin ich?

Dieses Tier fand sich gestern bei kühler Witterung auf unserer Terrasse. Stellte sich natürlich die Frage, um wen es sich handelt. Die Vermutung, dass es sich um eine Schmetterlingslarve handelt, sollte natürlich mit der Identifizierung der Art bestätigt werden. Dafür dient die Bestimmungshilfe des Lepiforums. Dort sind auf neun Photo-Seiten Raupen der verschiedenen Schmetterlingsfamilien abgebildet. Auf der neunten Seite finden sich eine Familie: Pantheidae, die dem abgebildeten Tier von den Formen her ähnlich ist. Die drei Arten der Pantheidae sind leider nicht mit unserem Tier identisch. Doch ein weiteres Borstentier bei der nächten Familie: Lymantriidae (Trägspinner, Schadspinner) hilft dann auf die Sprünge. Dort findet sich auf der zweiten Seite ein Bild, bei dem das Tier ebenfalls die vier gelben Rückenbürsten aufweist. Und damit haben wir den Namen: Orgyia antiqua (Schlehen-Bürstenbinder, oder -Bürstenspinner).

Um auf unsere Terrasse zu gelangen, hat dieser Bürstenbinder wenigstens eine Strasse überquert und eine Wanderung von 50 Metern und mehr hingelegt, denn in der Nähe stehen keine Schlehen. Erstaunlich!

Ausflug im Hinterzartener Moor

Am Samstag, den 30. Juli 2011, trafen sich 14 Interessierte zu einer Exkursion ins Hinterzartener Moor. Siegfried Kognitzki (SK) von der NABU-Gruppe und Sprecher des LNV Hochschwarzwald führte die Teilnehmer.

Nach einer Einführung zu Entstehung eines Moores und den Voraussetzungen, damit überhaupt ein Moor entstehen kann, zeigte SK ganz konkret die Gliederung eines Moores und seiner Umgebung. Die charakteristischen Moorpflanzen und einige der im Moor lebenden Tiere wurden beim Rundgang vorgestellt. Wegen der noch kalten Witterung waren vor allem die Insekten nicht aktiv. Nur eine Libelle unbekannter Art wurde gesehen. Die vielen Grasfroschlarven sind nicht richtig spezifisch für das Moor. Neben dem Bohlenweg wurden aber Moorpflanzen entdeckt: Rauschbeere, Sumpfblutauge (verblüht), Fieberklee, Rosmarinheide und vor allem die Torfmoose. Auf die Unterschiede der Moorkiefer (Spirke; Pinus mugo spp. uncinata) im Vergleich zur Waldkiefer (Pinus sylvestris), von Hängebirken und Moorbirken und von der Moorweide zu anderen Weidenarten wies SK hin.

Auf dem weiteren Weg um das Moor herum wurden dann vor allem verschiedene Heuschrecken identifiziert. Auch ein einsamer Wachtelweizenscheckenfalter (Melitaea athalia) wurde zum Schluss noch beobachtet. Der Nachmittag war zwar nach langen Regentagen vom Wetter begünstigt, aber Ende Juli hätte es eigentlich viel wärmer sein können. Nach dreieinhalb Stunden im Moor lief man über den Winterhaltenweg zurück zum Bahnhof Hinterzarten. Die Teilnehmer, die nicht nur aus dem Schwarzwald kamen, bedankten sich ganz herzlich für den informativen Ausflug.

NSG ohne Fichten?

Nachdem schon im Frühjahr rund um das Moor Fichten entfernt worden waren, wird seit etwa 10 Tagen der Fichtenwald im NSG als Kahlschlag entfernt. Um die ehemalige Deponie herum werden alle Fichten geschlagen, der Talgrund wird so auch von der Raitenbucherstrasse her einsehbar. Heute am Freitag Nachmittag sind fast alle Fichten geschlagen, jetzt wird noch aufgeräumt.

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Blick von der Strasse nach Raitenbucher in das Moor, rechts der Ursee, am linken Bildrand der Kahlschlag (Klick auf das Bild öffnet eine Vergrößerung)

Da der Boden im Kahlschlag auch zum Moor gehört, können die schweren Forstmaschinen nur vom Rand her eingesetzt werden. Daher werden alle Bäume von Hand gefällt, mit Ketten an den Rand gezogen und dort entastet und passend gesägt.

Forstmaschinen werden nur vom Rand her eingesetzt, die Arbeit im Wald (ehem. Wald) ist Handarbeit, die Kettensäge ist dabei ein Handwerkzeug.
Forstmaschinen werden nur vom Rand her eingesetzt, die Arbeit im Wald (ehem. Wald) ist Handarbeit, die Kettensäge ist dabei ein Handwerkzeug.

Von Seiten des Regierungspräsidiums und der Forstverwaltung ist keine Neuanpflanzung geplant. Der Abschnitt bleibt sich selbst überlassen.

Damit ist ein weiterer Punkt, den der AK Ursee im Kulturlandschaftsprojekt gewünscht hatte, durchgeführt worden.

Manfred G. Haderer hat am Mittwoch dieser Woche einen Artikel in der Badischen Zeitung dazu geschrieben.

Mittlerer Perlmutter – Argynnis niobe, 47. Tagfalterart im Urseetal

Beim Katalogisieren von Falterbildern aus vier Jahren Beobachtung ist der nächste Falter, der 47. Tagfalter, aufgetaucht: Argynnis niobe – Mittlerer Perlmutterfalter.

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Ein Falter, der in Baden-Württemberg (BW) fast ausschließlich im Schwarzwald, vor allem im Hochschwarzwald und vereinzelt auf der Schwäbischen Alb vorkommt. Hier an Rotklee saugend. Wegen der geringen Zahl der Funde ist diese Art in BW wenig untersucht, Eiablage und Raupennahrung sind nicht bekannt.

Diese Falterart gilt als gefährdet und ist besonders geschützt.

Goldglänzender Laufkäfer

Heute lief mir dieser wunderschöne (und geschützte) Käfer (Carabus auronitens) über die Strasse. Vom Goldlaufkäfer (Carabus auratus) unterscheidet er sich dadurch, dass bei C.auratus 1. die ersten vier Fühlerglieder – und nicht wie hier nur das erste – rot sind und 2. die Rippen der Hinterflügel grüngolden gefärbt und nicht schwarz wie hier. Der Käfer frisst Schnecken, Würmer und Insekten, bis zum 1,5fachen seines eigenen Körpergewichtes pro Tag. C. auronitens ist wie alle Carabus-Laufkäfer geschützt.

Goldglänzender Laufkäfer - Carabus auronitens
Goldglänzender Laufkäfer – Carabus auronitens

Faltertag!

Logo Zweimal Großer Schillerfalter, Tagpfauenaugen, mehrfach Kaisermantel, Kleiner Feuerfalter häufig, Schachbrett häufig, weitere Bläulinge, Weißbindige Mohrenfalter häufig, mehrere Zitronenfalter, mehrere C-Falter und schließlich den 1. Schwalbenschwanz (Papilio machaon) in diesem Jahr. Alles auf der Runde um den Ursee.

Was deutlich weniger geworden ist, ist der Kleine Fuchs. Da ist offensichtlich eine Generation am Ende.

Und schließlich noch im Wald eine Türkenbundlilie fotographiert, mit gleichem Standort wie im letzten Jahr.

    Türkenbund - Lilium martagon
Türkenbund – Lilium martagon

Großer Schillerfalter

Logo Heute neben Admiral (Vanessa atalanta), Tagpfauenauge (Nymphalis io) und Kleinem Fuchs (Nymphalis urticae) im Urseetal den Großen Schillerfalter (Apatura iris; 1. Lebendfoto) fotografiert.

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Der Falter wird relativ selten beobachtet, da er meistens in den Wipfeln der Bäume fliegt; dieser stand wohl auf Hundekot. Charakteristisch als Unterschied zum kleinen Schillerfalter ist a) das Fehlen eines Augenfleckes auf der Vorderflügel-Oberseite und b) die deutlich rötliche Färbung auf der Hinterflügel-Unterseite sowie c) die Zacke in der weißen Binde dort. Nach der Bundes-Artenschutz-Verordnung besonders beschützt, in Baden-Württemberg eine Art der Vorwarnliste (Teil der Roten Liste)

Leuchtkäfer!

Seit einigen Wochen beobachten wir immer wieder Leuchtkäfer bei unseren Abendspaziergängen. Ein Foto können wir noch nicht bieten. Es sind wohl die Weibchen des Große Johannisglühwürmchen (Lampyris noctiluca), da deutlich zwei Streifen und eine Punktreihe erkennbar sind, wie Sie in der Wikipedia beschrieben werden. In früheren Jahren haben wir gelegentlich mal ein Glühwürmchen, meistens jedoch keins gesehen, in diesem Jahr dagegen bis zu drei Tieren an einem Abend und das schon über mehrere Wochen hinweg.

Nach einer Webseite der Uni Jena wird Licht unterschiedlicher Wellenlänge ausgestrahlt, was die fast weiße Farbe des Lichtes erklären kann.

In der Roten Liste oder der Bundesartenschutzverordnung ist dieser Käfer nicht aufzufinden.

Amphibienexkursion und Vortrag

Am Dienstag, den 5. Juli, trafen sich etwa 12 Teilnehmer mit Klemens Fritz, Naturschutzbeautragter im Landratsamt Emmendingen und ausgewiesener Spezialist für die heimischen Amphibien, um am Windgefällweiher nach Fröschen, Kröten und Molchen zu schauen. Da abends noch ein Vortrag von Klemens Fritz in Schluchsee stattfand, hatte Siegfried Kognitzki schon in der Vorbereitung einige Kaulquappen und Molchlarven gekeschert, so dass den Teilnehmern ein eigenes Suchen erspart blieb.

(Klemens Fritz hat den Tieren auf den Bildern ihren Namen gegeben (wo das Foto es zuließ), Klicken auf das Bild öffnet (evtl.) eine größeres Bild; diese Galerie von 11 Bildern ist nur mit aktiviertem Javascript sichtbar).

 

Bei seinem Vortrag am Abend stellte Klemens Fritz die heimischen Arten vor, wie sie in Baden-Württemberg angetroffen werden können: Hauptarten, nicht nur am Windgfällweiher, sondern fast überall im Hochschwarzwald sind: Grasfrosch, Erdkröte, Berg- und Fadenmolch. Alle anderen Arten sind im Hochschwarzwald nur noch an einigen Fundstellen vertreten, wobei dabei aber immer wieder Überraschungen der positiven wie der negativen Art auftreten. Besonders beeindruckend war in seinem Vortrag die Tatsache, dass Herr Fritz immer wieder die Rufe der vorgestellten Arten imitieren konnte.

Als ein Fazit stellt sich dar, dass der Amphibienschutz, sei er vorbeugend oder begleitend, notwendig ist, um hier nicht nur die Artenvielfalt, sondern für die Hauptarten den Individuenreichtum zu erhalten. Das Erdkrötenvorkommen am Windgfälltweiher ist eines der bedeutendsten in Baden-Württemberg, nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz der örtlichen NABU-Gruppe.

Wenn deren Arbeit vor Ort und in dem Bürokratieprozess durch den Bau der neuen ortsfesten Tunnel und Leitsysteme gewürdigt worden ist, kann man das nicht genügend loben. Hätten sich all diejenigen, die sich so heftig dieser Baumaßnahme widersetzt haben, persönlich um die Erstellung der Krötenzäune und das Herübertragen der Tiere, zuerst Richtung Weiher und später Richtung Wald, kümmern müssen, sind wir sicher, dass auch sie die Maßnahmen begrüßt hätten. Dass die Zahlen der Bausumme auch in der Presse aufgebauscht wurden, ist eine traurige Realität. Wenn der Bürgermeistersprengel behaupten kann, dass die Gelder besser für Kindergärten und andere soziale Einrichtungen hätte verwendet werden sollen, zeigt sich entweder eine erstaunliche Unbedarftheit mit der Finanzbürokratie und den unterschiedlichen Töpfen dort, die Mittel stammen aus dem 2. Konjunkturprogramm für den Straßenbau und dort aus dem Topf für Biotopvernetzungen an Bundesfernstraßen, oder es handelt sich um eine populistische Äußerung, um den “Volkszorn” aufzunehmen, beides jenseits von Gut und Böse und vermutlich wider besseres Wissen und Gewissen. Hier liegt der wirkliche Skandal dieser glücklicherweise abgeschlossenen Maßnahme. Dass der neue Fahrradweg gut angenommen worden ist, konnte gestern nachmittag ebenfalls festgestellt werden.

Perlmutterfalter

Heute am Sonntag Nachmittag am Naturschutzgebiet fünf verschiedene Perlmutterfalter fotografiert: Kaisermantel (Argynnis paphia), Großer Perlmutterfalter (Argynnis aglaja), Braunfleckiger Perlmutterfalter (Boloria selene), Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) und Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania). Dagegen sind die Bläulinge aktuell fast verschwunden, nachdem die Wiesen im Urseetal innerhalb von einer Woche vollständig mit (soweit ich es sehen kann) einer Ausnahme gemäht wurden. Im Garten fand sich aber immerhin am Thymian ein Weibchen vom Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe).

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(Klicken auf das Bild öffnet eine große Version.)

Kleines Pfingstgeschenk: Hochmoor-Perlmutterfalter

Der Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) ist vom Aussterben bedroht (andere Lesart: stark gefährdet) und wird daher besonders geschützt. Das ist jetzt der 45. Tagfalter im Urseetal.

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Sowohl am 12. Juni und am 16. Juni haben wir den Hochmoor-Perlmutterfalter beobachtet.

Bei dieser Bestimmung haben das Lepiforum (Forum für Schmetterlinge und ihre Freunde) und Peter Simon aus Titisee-Neustadt geholfen. Herzlichen Dank!

Ein weiteres NSG für Lenzkirch: Wolfmoos

Am Donnerstag, den 9. Juni 2011, fand eine Informationsveranstaltung und eine Anhörung zum geplanten NSG Wolfmoos statt. Seit der Biotop-Kartierung vor etwa 20 Jahren werden die Nasswiesen zwischen Lenzkirch und Kappel als schützenswert angesehen. Da diese nicht von der FFH-Richtlinie europaweit geschützt werden, hat jetzt das Regierungspräsidium (RP) Freiburg einen Anlauf genommen, ein Naturschutzgebiet einzurichten. Dabei spielen vor allem folgende Überlegungen eine Rolle:

  • Durch die bisherige extensive Landwirtschaft in diesem Bereich hat sich ein artenreiches Gelände entwickelt, das es zu erhalten gilt.
  • Das RP würdigt ausdrücklich die aktuelle landwirtschaftliche Nutzung und will, dass es dabei bleibt.
  • Indem ein NSG ausgewiesen wird, kann das RP durch finanzielle Förderung der extensiven Landwirtschaft den aktuellen wünschenswerten Zustand fortschreiben.

Es fand eine Begehung eines Teiles des 55 ha großen Areals statt. Dabei wurden die Nasswiesen zum einen, aber auch einige Magerrasen-Flächen als schützenswert herausgestellt. Auf den Nasswiesen gibt es als Rarität in Baden-Württemberg den Moorklee, außerdem mehrere Orchideenarten. Für den Teil mit den Magerrasen ist die Pechnelke besonders hervorzuheben. Es wurde als bemerkenswert herausgestellt, dass innerhalb von wenigen Metern Pflanzen angetroffen werden, die einerseits kalkarme, andererseits saure Böden charakterisieren.

Nach der Begehung wurde das NSG-Projekt auch im Gemeinderat vorgestellt. Dabei wurde Gesprächsbedarf mit den betroffenen Landwirten festgestellt, so dass es innerhalb des Projektes in Kürze zu einer Informationsveranstaltung mit den Landwirten kommen wird. Auf der anderen Seite wurde der Wunsch geäußert, dass ein NSG auch für die Bevölkerung erreichbar sein müsse.

Aus den Erfahrungen mit dem Schattendasein des NSG Ursee kann man nur folgern, dass eine publikumswirksame Gestaltung und Bewerbung schon im Vorfeld stattfinden muss, nicht erst nach 20 oder 40 Jahren.

Da das RP selbst noch dabei ist, die NSG-Verordnung zu gestalten, wird es sicher noch bis zum Herbst brauchen, bis das offizielle Verfahren eingeleitet wird. Ein heutiger Spaziergang konnte neben verschiedenen Heuschreckenarten und einigen Schmetterlingen zwei Orchideenarten, Trollblumen, ganze Striche mit Schachtelhalmen und die Nässe der Wiesen bestätigen.NSGWolfmoos-e1307815066362

Ralf Morys hat in der Badischen Zeitung von heute ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema verfasst.

Schmetterlinge

Auf dieser und den verknüpften Seiten werden die verschiedenen Schmetterlinge, die bisher im Urseetal von uns fotografiert wurden, dokumentiert. Mit Ausnahme der Tagfalter ist die Liste wohl nicht erschöpfend, da gerade bei den Nachtfaltern kein regelmäßiges Aufnehmen stattgefunden hat und gerade wegen der Tageszeit auch nicht gewünscht war. Außerdem entziehen sich gerade die Mininachtfalter der Identifizierung durchs Fotografieren allein, da sie zwar immer angetroffen werden, aber selten mit ausgebreiteten Flügeln, was sie ansprechbar machen würde.

Aufgeteilt ist die Dokumentation vorläufig nach

Bei uns im Urseetal