Sackträgerraupen im Februar an der Hauswand

Zwischen dem 14. und 19. Februar 2019 (bei höchstens 10 °C Außentemperatur, aber Sonnen-beschienen) krabbelten bis zu vier Sackträgerraupen (Art unbekannt) an der Hauswand hoch. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu sehen. Sie scheinen eher Dreck an der weißen Wand zu sein. Da ich sie aber habe krabbeln sehen, bin ich sicher, dass es sich um Tierchen handelt.

Sackträgertaupe (Psychidae), oben ist der Kopf sichtbar, vielleicht Dahlica triquetrella (f. parth.) – Dreikant-Zwerg-Sackträger (eingeschlechtliche Form) (Lepiforum)

Buch mit über 300 Falter aus Lenzkirch

Zur Zeit bis zum 30.4. 2019 läuft die Subskription für das Buch von Bernhard Kleine Falter in Lenzkirch. Darin werden über 300 Schmetterlinge (Tagfalter, Nachtfalter und Kleinschmetterlinge) vorgestellt, die der Autor vor allem im Urseetal in Lenzkirch fotografiert hat. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Bestellformulare gibt es dort auch.

Weitere Information erhalten Sie, wenn Sie eine Mail an Bernhard.Kleine(at)gmx.net schreiben.

Eine kleine Rarität

Agonopteryx curvipunctosa (kein deutscher Name)

Dieser kleine Falter wurde am 31. Juli 2017 am Haus am Licht fotografiert. Jetzt stellten wir fest, dass es sich um einen Falter handelt, der westlich von Villingen oder Blumberg noch nie identifiziert wurde. Im übrigen Schwarzwald ist er auch bisher nicht bekannt. Im Lepiforum wurde bestätigt, dass es sich um Agonopteryx curvipunctosa handelt.

Herbstspanner

Sie sind bisher unter dem Radar geflogen, die Spanner, die erst im Herbst fliegen. Darunter sind auch einige Arten, die zu den Schädlingen von Obstbäumen gehören:

Kleiner oder Buchen-Frostspanner (Operophtera brumata oder frugata; nur an Hand der Unterseite zu unterscheiden)

Nachdem dieser Falter, der nicht eindeutig identifiziert war, abends in Zimmer geflogen war, kam dieser Olivgrüne Bindenspanner (Chloroclysta siterata) am nächsten Tag ans Licht.

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata). Der hochgestreckte Hinterleib ist etwas besonderes, es sind nämlich die Männchen, die das Abdomen so aufrichten. Die Weibchen dieser Gattung sind flugfähig, haben auch ein charakteristisches Abdomen, aber anders geformt. 
Dieser Falter wurde im Lepiforum als Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) eindeutig identifiziert. 

Der Kleine Frostspanner (Operothera brumata) hat flügellose Weibchen, deshalb ist dieser Falter ein Mänchen. Durch Leimbinden kann man im Herbst verhindern, dass die Weibchen an den Stämmen der Obstbäume hochklettern, dadurch kann der Schaden drastisch begrenzen, weil die Weibchen nicht zu Eiablage in den Kronen der  Bäume kommen.

Es sind zwei Bilder des gleichen Falters, einmal auf der Rollade (unten) und das andere Mal im Zimmer, das untere Bild ähnelt eher dem Frostspanner, wie er überlicherweise abgedildet wird.

Heute im Urseetal

Diurnea lipsiella (männlich)

Das Tagpfauenauge war noch monatelang Abwesenheit schon eine Überraschung, aber Aglais io ist ein Ganzjahresfalter. Der andere Falter ist mir unbekannt. Mal sehen, was Lepiforum herausbringt. Bis jetzt sind wir ahnungslos. Im Lepiforum wurde er (es ist ein Männchen) als Diurnea lipsiella (ein deutscher Name ist Herbstbuchenmotte) aus der Familie der Breitflügelmotten (Chimabachidae), von denen es nur drei Arten in Mitteleuropa gibt. Die Weibchen von D. lipsiella sind flügellos. Bisher ist kein Beleg für den Süd/Hochschwarzwald in der Insectis Online Datenbank

Wie man sieht, liegt an den Nordhängen und im Schatten noch Schnee. Winterspanner waren heute vielleicht da, aber die Falter, die flogen, konnte man bei den wechselnden Lichtverhältnissen nicht gut verfolgen oder sie flogen unerreichbar weg.

67 Tagfalter im Urseetal

Die Liste wurde erneuert  um Funde des Kleinen Schillerfalters und des Kleinen (20.6.2018) und des Großen Eisvogel (Limenitis populi), der im letzten Jahr mehrfach und in diesem Jahr schon einmal beobachtet wurde, ohne dass ein Foto gemacht werden konnte. An der Gutachbrücke zwischen Kappel und Neustadt wurde er in diesem Jahr fotografiert. Außerdem wurde bisher die Goldene Acht vergessen. 

Im Urseetal:

Pyrgus malvae — Kleiner Würfeldickkopffalter
Erynnis targes — Dunkler Dickkopffalter
Thymelicus lineola — Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter
Thymelicus sylvestris — Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter
Ochlodes sylvanus — Rostfarbiger Dickkopffalter
Hesperia comma — Komma-Dickkopffalter
Carterocephalus palaemon — Gelbwürfeliger Dickkopffalter
Spalia sertorius — Roter Würfeldickkopffalter

Aporia crataegi — Baum-Weißling
Pieris brassicae — Großer Kohlweißling
Pieris rapae — Kleiner Kohlweißling
Pieris napi — Grünader-Weißling
Anthocharis cardamines — Aurorafalter
Gonepteryx rhamni — Zitronenfalter
Colias hyale — Weißklee-Gelbling
    (der nicht unterscheidbare C.alfacariensis wurde im Schwarzwald nie bestätigt)
Colias crocea — Wander-Gelbling, Postillon
Leptidea sinapis/juvernica — Senf/Tintenfleck-Weißling
Colias palaeno — Hochmoor-Gelbling

Lycaena hippothoe — Lilagold-Feuerfalter
Lycaena alciphron — Violetter Feuerfalter
Lycaena phleas — Kleiner Feuerfalter
Lycaena tityrus — Brauner Feuerfalter
Thecla betulae — Nierenfleck-Zipfelfalter
Satyrium w-album — Ulmen-Zipfelfalter
Satyrium pruni – Pflaumen-Zipfelfalter
Callophrys rubi — Grüner Zipfelfalter

Celastrina argiolus — Faulbaumbläuling
Cupodo argiades — Kurzschwänziger Bläuling
Cyaniris semiargus — Rotklee-Bläuling
Pseudophilotes baton — Westlicher Quendel-Bläuling
Polyommatus icarus — Hauhechel-Bläuling

Papilio machaon — Schwalbenschwanz

Argynnis paphia — Kaisermantel
Argynnis aglaja — Großer Perlmutterfalter
Argynnis adippe — Feuriger Perlmutterfalter
Argynnis niobe — Mittlerer Perlmutterfalter
Brenthis ino — Mädesüß-Perlmutterfalter
Boloria aquilonaris — Hochmoor-Perlmutterfalter
Boloria titania — Natterwurz-Perlmutterfalter
Boloria selene — Braunfleckiger Perlmutterfalter
Boloria euphrosyne — Silberfleck-Perlmutterfalter
Boloria eunomia — Randring-Perlmutterfalter
Boloria dia — Magerrasen-Perlmutterfalter

Nymphalis antiopa — Trauermantel
Nymphalis io — Tagpfauenauge
Vanessa cardui — Distelfalter
Vanessa atalanta — Admiral
Limenits populi — Großer Eisvogel
Limenits camilla — Kleiner Eisvogel
Apatura iris — Großer Schillerfalter
Apatura ilia —  Kleiner Schillerfalter
Araschnia levana — Landkärtchen
Nymphalis C-album — C-Falter
Nymphalis polychloros — Großer Fuchs
Nymphalis urticae — Kleiner Fuchs

Melithea athalia — Wachtelweizen-Scheckenfalter
Melithea diamina — Baldrian Scheckenfalter

Aphantopus hyperantus — Schornsteinfeger
Pararge aegeria — Waldbrettspiel
Lasiomata meara — Braunauge
Lasiomata megera — Mauerfachs
Melanargia galathea — Schachbrettfalter

Coenonympha pamphilus — Kleiner Wiesenvögelchen
Coenonympha glycerion — Rotbrauner Wiesenvögelchen
Maniola jurtina — Großes Ochsenauge

Erebia ligea — Weißbindiger Mohrenfalter
Erebia meolans — Gelbbindiger Mohrenfalter

(Letzte Version vom 22.Okt. 2018)

62. Tagfalterart im Urseetal: Pflaumenzipfelfalter – Satyrium pruni

Satyrium pruni – Pflaumen-Zipfelfalter

Bei der Falterwanderung heute haben wir diesen Falter auf Wiesenkerbel zweimal gesehen, leider gelang nur dieses eine Foto. Der Falter ist in Baden-Württemberg nicht auf der Roten Liste. Hier im Urseetal haben wir ihn noch nie gesehen und bei Insectis Online, der Landesdatenbank ist er auch noch nie hier bemeldet worden. Die orange breite Binde ist charakteristisches Merkmal.

Zwei Wochen später waren wenigstens zwei Falter regelmäßig zu beobachten für ca 5 Tage.

Falterwanderung am 1. Juni 2018 trotz widriger Wettervorhersage

Randringperlmutterfalter, B. eunomia

Randringperlmutterfalter, B. eunomia

Lilagold-Feuerfalter, Lycaena hippothoe

Waldbrettspiel, Pararge aegeria

Baumweißling, Aporia crataegi

Baumweißling, Aporia crataegi

Baumweißling, Aporia crataegi

Rostfarbiger Dickkopffalter, Ochloges sylvanus

Rotkleebläuling, CYaniris semiargus

Hauhechelbläuling (männlich), Polyommatus icarus

Hauhechelbläuling (weiblich), Polyommatus icarus

Kleines Wiesenvögelchen, Coenonypha pamphilus

Soweit die Tagfalter, gesehen haben wir auch wieder den Hochmoorperlmutterfalter, ab der setzte sich nicht nahe genug.

Heidespanner (männlich), Ematurga atomaria

Heidespanner (weiblich), Ematurga atomaria

Gitterspanner, Chisma clathrata

Hartheuspanner (Siona lineata)

Hartheuspanner (Siona lineata)

Braune Tageule, Euclidia glyphica

Grünwidderchen (ohne Genitaluntersuchung keine Artangabe möglich)

Grünwidderchen

Wegerichbär, Parasenia plantaginis

Falter im Mai 2018

Im Mai gab es einmal die Überwinterer: Trauermantel, Kleinen Fuchs, Tagpfauenauge und Zitronenfalter, dann kamen aber der Aurorafalter hinzu, Tintenfleckweißling, Grünaderweißling und Kleiner Kohlweißling. Es zeigte sich der erste Perlmutterfalter, Silberfleck, die Frühlingsfalter Grüner Zipfelfalter und Gelbwürfeliger Dickkopf und Kleiner Würfeldickkopffalter. Im Verlauf zeigten sich auch Brauner Feuerfalter, Kleines Wiesenvögelchen und Kleiner Feuerfalter, sowie Raupen des Kleinen Fuchs. Ein Admiral und die ersten Bläulinge: Hauhechel und Rotklee ließen sich auch blicken. Überraschend waren ein frischer Kleiner Fuchs und ein Braunauge. Am Ende fanden wir sogar Wachtelweizenscheckenfalter, Hochmoor-, Magerrasen- und Randringperlmutterfalter und einen Baumweißling. Das sind 25 Arten. Nicht schlecht für einen teils sehr nassen Mai. Eigentlich vermisse ich nur C-Falter und Waldbrettspiel, die habe ich aber in diesem Mai nicht fotografiert.

Die Faltersaison hat begonnen!

Anders als in den Vorjahren waren März und April für Falter ziemlich kalt. Deshalb gibt es März von Lenzkirch keine Falterfotos und vom April sind vor allem die Überwinterer Trauermantel, Zitronenfalter,  Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und C-Falter gesichtet worden. Ab dem 20. April flogen auch die ersten Weißlinge, vor allem der Aurorafalter. Auch der Grüne Zipfelfalter zählt zu den wenigen, die wir im April gesehen haben.

weibl.Aurorafalter

Paarung Aurorafalter

Kleiner Kohlweißling

Kleiner Fuchs

Tintenfleck-Weißling

Braungrauer Wellenstriemenspanner

Braune Tageule

Zwei Zitronenfalter, aber keine Paarung

Admiral

Tagpfauenauge

Pantherspanner

Kleiner Feuerfalter

männlicher Heidespanner

kleiner Kleiner Fuchs

Grüner Zipfelfalter

männlicher Aurorafalter

Hornkrauteulchen

Zitronenfalter

61. Falter im Urseetal: Großer Fuchs – Nymphalis polychloros

Heute nachmittag war es erstmalig seit einer Woche nicht heiß oder regnete. Ein kurzer Spaziergang auf der Nordseite des Urseetales brachte mir ein Foto vom Aurorafalter, der erste der dieses Jahr sitzenblieb. Und ein Fuchs. Er war größer als sonst und ich habe mir sagen lassen, es ist ein großer. In der fb Grupe haben wir die Unterschiede zwischen Kleinem und Großem Fuchs ausführlich diskutiert: Es sind

  1. Die drei weißen Streifen auf der Vorderflügelkante sind bei Kleine Fuchs so lang wie die schwarzen, beim Großen viel kürzer.
  2. Der Kleine Fuchs hat drei schwarz Flecken auf dem Vorderflügel, der Große vier.
  3. Die Blaue Farbreihe geht beim Kleinen Fuchs über Hinter- und Vorderflügel, beim Großen findet sie sich nur auf dem Hinterflügel.
  4. Der Kleine Fuchs hat auf dem Hinterflügel zum Falterleib hin einen dunklen Saum, der Große bleibt da hell.

Der große Fuchs ist nach gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Er gilt als besonders gefährdet (Rote Liste: 2) in Baden-Württemberg.Vergleichsbild Kleiner Fuchs

Neu ein Zahnspinner Ende November

Zahnspinner hatte ich bis jetzt nicht in meiner Sammlung. Am 18.11. hing er um 23 Uhr an meiner Fensterscheibe: Ptilophora plumigera (Herbst-Zahnspinner),  wie sich in der Facebook-Gruppe Einheimische Schmetterlinge herausstellte. Einmal wurde der Falter in letzter Zeit in Hinterzarten beobachtet, sonst gibt es für den Hochschwarzwald nur Fundmeldungen von vor 1945. Er steht nicht auf der Roten Liste. Besonders auffallend sind bei den Männchen die doppelseitig gekämmten Fühler.

Ptilophora plumigera (Herbst-Zahnspinner)

Ptilophora plumigera (Herbst-Zahnspinner)

Ptilophora plumigera (Herbst-Zahnspinner)

Magerrasen-Perlmutterfalter — Boloria dia, der 60. Tagfalter im Urseetal

Heute habe ich zufällig einen kleinen Perlmutterfalter im Garten entdeckt. Der Magerrasen-Perlmutterfalter wurde im Urseetal noch nie dokumentiert. Die Rote Liste führt ihn unter stark gefährdet.

Magerrasen-Perlmutterfalter
Bolorai dia

Magerrasen-Perlmutterfalter
Bolorai dia

Von den möglicherweise vorkommenden Perlmutterfaltern fehlt jetzt nur der Kleine Perlmutterfalter auf der Liste der Falter im Urseetal.

Bei uns im Urseetal