Fast nur Heuschrecken, keine Falter

Aktuell gibt es bei den Schmetterlingen viele Kleine Feuerfalter, genauso viele Kleine Kohlweißlinge, ab und zu mal einen Kleinen Fuchs oder einen Admiral, wenn es besonders gut geht, einen Bläuling. Das wars aber auch schon.

Dafür sind die Heuschrecken überall present: Abends hört man aus jedem dritten Baum oder Gestrüpp die Zwitscherschrecke mit ihren lauten und andauernden Zirpen. Die leiseren Laute von Grashüpfer, vor allem Nachtigal-Grashüpfern, sind im gesamten Urseetal zu hören, dazu die Rote Keulenschrecke, die sehr ähnlich klingt, aber sich durch ihre weißen Fühlerspitzen von den Nachtigal-Grashüpfern gut unterscheiden läßt. Leise zirpen auch die Gemeinen Grashüpfer, da muss man schon sehr genau hinhören, um ein Tier zu finden. Die Bildersammlung umfasst auch noch die Große und Kleine Goldschrecke, sowie Roesels Beißschrecke mit dem hell-umrandeten Halsschild und den Warzenbeißer. Diesen wiederum kann man gut an seinem Gesang erkennen: Erst macht es nur einmal “Zick”, dann aber werden es immer häufigere “Zick”s. Dafür werden die Flügel aneinandergerieben. Die Kurzfühlerschrecken wie Gemeine oder Nachtigall-Grashüpfer reiben die Hinterbeine an den Flügeln, um ihre Gesänge zu erzeugen!

Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus) sind äußerlich nicht von dem Braunen Grashüpfer (Ch. brunneus) und vom Verkannten Grashüpfer (Ch. mollis) zu unterscheiden. Am Gesang allerdings kann man sie gut unterscheiden. Außerdem liegen für Ch. mollis in unserer Gegend keine Belege vor. Und der Ch.brunneus-Gesang unterscheidet sich deutlich von dem von Ch.biguttulus. Daher kann man aktuell nur Ch.biguttulus im Urseetal nachweisen.

Der Mittelberg mit der Julius-Schmidt-Hütte ist zur Zeit ein Platz, an dem sich die verschiedenen Heuschrecken tummeln. Dort zirpen auch die Zwitscherschrecken nicht so laut, dass sie alle anderen Gesänge übertönen.

Warzenbeißer
Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) 2011-09-28

Bei der Arten-Bestimmung hilfreich sind österreichische Freunde im Orthopthera.at-Forum. Ihnen sei ganz herzlich gedankt, dass sie den Blick bis in den Hochschwarzwald streifen lassen. Das aufschlussreiche Buch von Detzel “Heuschrecken in Baden-Württemberg” ist leider aktuell nicht verfügbar. CDs mit den Gesängen gibt es neu aufgelegt zum ebenfalls vergriffenen Führer von Bellmann “Heuschrecken: beobachten – bestimmen” von 1985; sowie zu einem Führer mit Heuschrecken aus der Schweiz. Auf der Seite Natur in NRW kann man sich einzelne Gesänge anhören. Viel Erfolg bei Lauschen und Suchen!

(Abends noch im Haus der Natur (Feldberg) das Detzel-Buch gefunden. Da werde ich mal die Verbreitungskarten durchstöbern, um herauszufinden, womit im Urseetal überhaupt zu rechnen ist.)

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