Geologische Splitter

 

Truemmerprophyr_thumbGeologische Wanderung:

Am Sonntag, den 15. August 2010, um 13.30 Uhr fand die erste Geologische Wanderung durch das Urseetal mit dem Diplom-Geologen Norbert Landesberger unter Führung des Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins, Herrn Harald Fritsche statt. Vom Kurhaus Lenzkirch aus ging es mit den 15 Teilnehmern, dabei waren 7 hoch-interessierte Kinder, zuerst zum Geopark oberhalb der Schliecht.

Dort erläuterte Herr Landesberger die spezielle Lage von Lenzkirch an der Schnittstelle verschiedener erdgeschichtlicher Zeugnisse:

  • Das Schwarzwald-Grundgebirge liegt hier nach der Kippung der Erdschollen nach Osten an der Oberfläche. Daraus stammen die Granite und Gneise, die man in großer Zahl findet. Der Schwarzwaldabhang nach Osten wurde abgetragen auf die jetzige Form, so dass man bei der Wanderung durch die Wutachschlucht bergab auf immere neuere Zeugnisse der Erdgeschichte trifft, obwohl doch die neueren Schichten oben liegen sollten.EntstehungWutachtalSchichtung
  • Auf Lenzkircher Gemarkung trifft man weiterhin Zeichen für eine Mikroplatten-Tektonik, bei der sich eine Erdscholle unter die andere geschoben hat. Die Erforschung dieser Mikroplattentektonik findet entlang der Badenweiler-Lenzkirch-Zone statt.
  • Wir finden im Urseetal Zeichen früherer vulkanischer Aktivität: Trümmerporphyre.
  • Schließlich ist das Urseetal durch den letzten Feldberggletscher geprägt.

Herr Landesberger zeigte sich sehr davon angetan, dass im Geopark einige Steine angeschliffen wurden, wodurch die innere Struktur überhaupt zur Geltung komme. Er zeigte dann den Teilnehmern, dass eine feuchte Oberfläche Informationen besser anzeigt als eine trockene. Auf dem kurzen Weg zur Pulverturm-Moräne brachte ihm ein Teilnehmer einen interessanten Stein, den er dann, ganz der Geologe, mit seinem Hammer aufschlug und per Lupe identifizierte. An der Pulverturm-Moräne kam schließlich der glaziale Ursprung des Moores und der Moränen zur Sprache. Der geplante Hock mit den Teilnehmern fiel leider wegen der fortgeschrittenen Zeit dem Abendessen einiger Gäste zum Opfer.

Hervorzuheben sind die gute Beteiligung und das große Interesse auch der jungen Teilnehmer.

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Die Badenweiler-Lenzkirch-Zone

“Eingeklemmt zwischen Graniten, Gneisen und Anatexiten zieht ein schmaler Streifen aus Konglomeraten, Grauwacke, Schiefern, Tuffen, Glimmerporphyriten, Porphyragglomeraten (Trümmerparphyren) und quarzarmen Porphyren durch den südlichen Schwarzwald von Badenweiler über Sirnitz, Belchen, Schönau, Präg, Bernau, Aha und Lenzkirch bis zum linken Talhang der Gutach bei Kappel-Gutachebrücke.” heißt es bei Walter Hasemann, Erd- und Landschaftsgeschichte des Wutachgebietes – Das Grundgebirge, in Die Wutach – Naturkundliche Monographie einer Flußlandschaft (Nachdruck Karlsruhe 1988) ISBN 3-88251-135-4 S. 34. Auf der Karte (aus der Doktorarbeit von Stefan Hepp, AMPHIBOLITE ALS DOKUMENTE OROGENER PROZESSE – EINE FALLSTUDIE AUS DEM SCHWARZWALD (MITTELEUROPÄISCHE VARISZIDEN), Heidelberg 2004) ist diese Badenweiler-Lenzkirch-Zone grau eingezeichnet. Sie wird nur im Bereich Feldberg-Zweiseenblick-Altglashütten von der Bärhalde-Schluchsee-Granit-Schicht unterbrochen.

 

SüdschwarzwaldGeologieStefanHeppDissDie Trümmerporphyre sind ein charakteristisches Merkmal des Urseetals. Man findet Sie neben dem Weg vom Silberbrünnle nach Lenzkirch, außerdem in dem Steinwall des Haus Ursee: Während eines Vulkanausbruches wird durch die Gewalt des Ausbruches roter Sandstein zerbrochen, der beim Erkalten der Lava in den Porphyr eingelagert wird. Auf der gerade beschriebenen Strecke finden sich innerhalb weniger 100 m wenigsten 10 verschiedene Felsarten, Zeichen für diesen erdgeschichtlich interessanten Ort. Die Gemeinde Lenzkirch hat am Sportplatz einenGeopark angelegt, in dem man verschiedene Gesteine finden kann.

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Weitere Links zum Geopark

TouristenInformation

Geologische Wanderung im August 2011

Steine im Geopark über dem Urseetal

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Bei uns im Urseetal