Archiv der Kategorie: NSG Wolfmoos

Naturschutzgebiet Wolfmoos als Weihnachtsgeschenk für Lenzkirch

Am 23. Dez. 2015 hat die Regierungspräsidentin die Satzung für das neue NSG Wolfmoos unterschrieben. Damit erhält Lenzkirch neben dem Urseetal und der Gutachschlucht ein weiteres NSG. Wir haben schon früher über dieses geplante NSG berichtet, über seltene Heuschrecken zum Beispiel. Vier einhalb Jahre nach der ersten öffentlichen Ankündigung ist das NSG in trockenen Tücher, damit die Wiesen weiterhin Nasswiesen sein können, damit die extensive Landwirtschaft festgeschrieben wird, damit die seltenen Pflanzen und Tiere den besonderen Schutz des Gesetzes erfahren.

2 Mecostethus grossus - Sumpfschrecken
2 Mecostethus grossus – Sumpfschrecken

Diese Sumpfschrecken (Mecostethus grossus) haben wir im September 2014 mitten im jetzigen NSG fotographiert. Das Männchen schlägt zum “Zirben” mit dem Hinterbein aus. Dabei  “streicht der Enddorn der Hinterschiene über den Flügel” (Heiko Bellmann: Heuschrecken beobachten bestimmen, Neumann-Neudamm 1985).

Die Zebraspinne bevorzugt warme Stellen, bevorzugt in Mittelmeerländern. Warum soviele davon auf dem Südhang über dem NSG nach Kappel hin saßen, ist uns nicht klar geworden. Es waren schon beeindruckende Examplare zu sehen.

Argiope bruennichi - Zebraspinne
Argiope bruennichi – Zebraspinne

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Der Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomiea) wird in der Mitteilung des Regierungspräsidium ausdrücklich erwähnt. Dieses prächtige Exemplar stammt allerdings aus dem Urseetal. Damit dieser Falter im Wolfmoos überleben kann, dürfen die Wiesen und der Wiesenknöterich auf diesen erst im Herbst gemäht werden. Im Urseetal findet das statt, bzw. es gibt viele Nasswiesen, die fast nie gemäht werden, aber für das Gebiet Wolfmoos haben wir da unsere Zweifel.

Wir freuen uns auf dieses neue Naturschutzgebiet und beglückwünschen die Verantwortlichen.

Im Wolfmoos

Sigi Kognitzki und ich haben am 09.09.2014 eine Fototour durch das entstehende NSG Wolfmoos gemacht.  Wir haben einige Heuschrecken fotografiert und ziemlich riesige Spinnen. Schmetterlinge traten fast nicht auf: Ein Bläuling, aber der ließ sich nicht in Fotografiernähe nieder. Im Wolfmoos weiterlesen

Ein weiteres NSG für Lenzkirch: Wolfmoos

Am Donnerstag, den 9. Juni 2011, fand eine Informationsveranstaltung und eine Anhörung zum geplanten NSG Wolfmoos statt. Seit der Biotop-Kartierung vor etwa 20 Jahren werden die Nasswiesen zwischen Lenzkirch und Kappel als schützenswert angesehen. Da diese nicht von der FFH-Richtlinie europaweit geschützt werden, hat jetzt das Regierungspräsidium (RP) Freiburg einen Anlauf genommen, ein Naturschutzgebiet einzurichten. Dabei spielen vor allem folgende Überlegungen eine Rolle:

  • Durch die bisherige extensive Landwirtschaft in diesem Bereich hat sich ein artenreiches Gelände entwickelt, das es zu erhalten gilt.
  • Das RP würdigt ausdrücklich die aktuelle landwirtschaftliche Nutzung und will, dass es dabei bleibt.
  • Indem ein NSG ausgewiesen wird, kann das RP durch finanzielle Förderung der extensiven Landwirtschaft den aktuellen wünschenswerten Zustand fortschreiben.

Es fand eine Begehung eines Teiles des 55 ha großen Areals statt. Dabei wurden die Nasswiesen zum einen, aber auch einige Magerrasen-Flächen als schützenswert herausgestellt. Auf den Nasswiesen gibt es als Rarität in Baden-Württemberg den Moorklee, außerdem mehrere Orchideenarten. Für den Teil mit den Magerrasen ist die Pechnelke besonders hervorzuheben. Es wurde als bemerkenswert herausgestellt, dass innerhalb von wenigen Metern Pflanzen angetroffen werden, die einerseits kalkarme, andererseits saure Böden charakterisieren.

Nach der Begehung wurde das NSG-Projekt auch im Gemeinderat vorgestellt. Dabei wurde Gesprächsbedarf mit den betroffenen Landwirten festgestellt, so dass es innerhalb des Projektes in Kürze zu einer Informationsveranstaltung mit den Landwirten kommen wird. Auf der anderen Seite wurde der Wunsch geäußert, dass ein NSG auch für die Bevölkerung erreichbar sein müsse.

Aus den Erfahrungen mit dem Schattendasein des NSG Ursee kann man nur folgern, dass eine publikumswirksame Gestaltung und Bewerbung schon im Vorfeld stattfinden muss, nicht erst nach 20 oder 40 Jahren.

Da das RP selbst noch dabei ist, die NSG-Verordnung zu gestalten, wird es sicher noch bis zum Herbst brauchen, bis das offizielle Verfahren eingeleitet wird. Ein heutiger Spaziergang konnte neben verschiedenen Heuschreckenarten und einigen Schmetterlingen zwei Orchideenarten, Trollblumen, ganze Striche mit Schachtelhalmen und die Nässe der Wiesen bestätigen.NSGWolfmoos-e1307815066362

Ralf Morys hat in der Badischen Zeitung von heute ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema verfasst.