Archiv der Kategorie: Kulturlandschaftsprojekt

50 verschiedene Tagfalterarten im Urseetal

Liebe Freunde des Urseetal,

Die Schallmauer ist gebrochen!

Fünfzig verschiedene Tagfalter haben wir in den letzten 5 Jahren im Urseetal fotografiert. Das Gebiet, auf das wir uns bei unseren Entdeckungen beschränken, ist gerade mal 3,5 Kilometer lang, (von der Kirche in Lenzkirch bis zur Wendeschleife des Urseerundweges) und wo es am breitesten ist, 700 m breit. Das NSG hat eine Fläche von 30 ha, das Gebiet drumherum vielleicht nochmal genauso viel. Das ist eigentlich ein winziges Fleckchen. Und dennoch finden wir hier eine Vielfalt an Tagfaltern, die so schnell woanders nicht erreicht oder nicht beobachtet wird. Und nicht nur von Tagfaltern, genauso von Nachtfaltern, Libellen, Heuschrecken, und auch von Vögeln oder Schlangen und anderen Reptilien.

Wie kann diese Vielfalt entstehen bzw. wie konnte sich diese Vielfalt erhalten? Zur Geschichte des Urseetales kann natürlich Manfred Haderer viel mehr sagen als wir, gemeinsam mit ihm haben wir aber die Besonderheit des Urseetales wieder ins Bewußtsein gerückt und wollen jetzt versuchen, für den Erhalt der Artenvielfalt in unserem Kleinod Maßnahmen zu gestalten. Dass mitten im Urseetal ein Naturschutzgebiet liegt, kommt der Artenvielfalt zu Gute, aber dass bis ins letzte Jahr z.B. auf den Wiesen im Naturschutzgebiet Schwemmmist ausgebracht worden ist, ist natürlich keine Förderung der Artenvielfalt. Da keimt aber ein kleines Pflänzchen, denn von diesem Düngen haben die Bauern im Jahre 2012 bislang jedenfalls Abstand genommen. Da im Jahre 1992 bei der Erweiterung des Naturschutzgebietes nur diejenigen Bewirtschaftungen genehmigt wurden, die bis dahin schon bestanden, darf nur der Bauer heute, d.h. 20 Jahre später, Schwemmmist ausbringen, der das schon vor 1992 gemacht hat. Da die Laufstallhaltung von Kühen, bei der Jauche und Mist nicht mehr getrennt aufgefangen werden, sondern gemeinsam im Güllesilo, erst viel später im Hochschwarzwald Einzug gehalten hat, ist das Ausbringen von Schwemmmist im NSG Ursee faktisch verboten, weil es das 1992 noch nicht gab. Wir haben diese Bestimmungen seit Beginn des Kulturlandschaftsprojektes immer wieder öffentlich formuliert und nirgends Widerspruch erfahren. Es waren auch die Landwirte auf den verschiedenen Veranstaltungen dabei. Daher vermuten wir, dass auch die Landwirte verstanden haben, dass das Schwemmmist/Gülle-Ausbringen im NSG regelwidrig war und ist.

Uns geht es nicht darum, jemanden vor den Richter zu ziehen, der sich nicht regelkonform im NSG verhält. Wir fragen aber mal unsere Leser, wie man sich zu einem PKW-Fahrer stellen soll, der sein Auto im innersten Bereich des Wasserschutzgebietes abstellt, mitten im ausgeschilderten Naturschutzgebietes und außerdem noch ein Fahrverbot für Fahrzeuge aller Art überfahren hat. Das Auto wurde heute fotografiert, die Nummer ist notiert.

Oder: Am vorletzten Freitag gab es eine naturkundliche Wanderung durch das Urseetal. Dabei haben wir auch die beiden Orchideen innerhalb der Umzäunung des ortsnahen Tiefbrunnen gewürdigt. Am folgenden Montag war die Fa. Metzger in Raitenbuch beauftragt, innerhalb der Umzäunung zu mähen. Der junge Mann wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Orchideen streng geschützt sind. Er hat sie beide nieder gemäht. Das ist nicht mehr fahrlässig, es ist absichtlich. Es ist zum Heulen! Ob noch andere geschützte Pflanzen zerstört wurden, können wir nicht sagen, da wir das Terrain nicht abgegangen sind. Es ist ja auch nicht so, dass die Orchideen im nächsten Jahr wieder da sein werden. Seit 20 Jahren haben wir dort noch nie eine Orchidee gesehen, einmal ein Knabenkraut auf der südlichen Bachseite zur Straße nach Schluchsee, diese Pflanze war auch nach 3 Tagen abgerissen.

Ob der Auftrag, innerhalb und außerhalb der Umzäunung zu mähen, überhaupt NSG-gerecht ist, ist äußerst zweifelhaft: In einem NSG sind Pflanzen und Tiere geschützt. Nur bei der Bewirtschaftung sind Eingriffe erlaubt. Allein aus optischen Gründen im Juli die Grundstücke zu mähen, wird durch das NSG nicht abgedeckt, sondern ist gesetzeswidrig. Wenn jemand meint, die Gruppenwasserversorgung, die für das Mähen verantwortlich ist, zur Rechenschaft zu ziehen, treten wir gerne als Zeugen auf. Auch öffentliches Eigentum verpflichtet. Wenn schon auf öffentlichen Grundstücken der Naturschutz mit Füßen getreten bzw. mit Sensen zerschnitten wird, wie kann man dann vom Privatmann erwarten, Richtlinien des Naturschutzes einzuhalten.

Nachdem jetzt das Urseetal zum Glück mehr im Focus steht, sind auch solche Dicken Bretter, wie das Verhalten der Gruppenwasserversorgung im NSG, zu bohren. Es geht wie gesagt nicht um Strafe, sondern um Verhaltensänderung.

Lassen Sie uns bitte wissen, wie Sie zu diesen Vorgängen stehen. Wir werden auf alle Mitteilungen reagieren.

Viel Spaß bei den Wanderungen im Urseetal bei jetzt schönerem Wetter.

Die Urseetäler

Der Blick ist frei!

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Unverstellter Blick von der Pulverturmmoräne zum Moor – 2011-08-19

Ein weiterer Punkt des Projektteams Ursee wurde erfüllt: Jetzt gibt es einen unverstellten Blick von der Pulverturmmoräne bis zum Moor.

Im Rahmen der Enthurstung wurden auch die Fichten an der früheren Brückenrampe gefällt. Dadurch gibt es jetzt schon am Pulverturm eine Aussicht bis zum Moor. Die sichtbare Talaue ist vollständig in das Naturschutzgebiet eingegliedert. Letzteres umfasst aber weitere Wiesen und den Talgrund bis fast zur Straße von Lenzkirch nach Schluchsee. Auf dem Kahlschlag, von dem jetzt die schweren Fahrzeuge abgezogen sind, wird noch aufgeräumt. Am 22. Oktober 2011, einem Samstag, wird ein größeres Team versuchen, alles Reisig von der Kahlschlagfläche zu entfernen, damit dort ab dem nächsten Jahr gemäht werden kann. Für diese Aufräumaktion, die vom Regierungspräsidium, von der Gemeinde und vom Kulturlandschaftsprojekt geplant wird, werden noch Helfer gesucht.

Bis jetzt wurden 600 Festmeter Holz zur Verwertung abgefahren, etwa weitere 200 Festmeter warten darauf, abgefahren zu werden. Die zusammengetragenenen kleineren Bäume und das gröbere und feinere Astwerk werden zu Hackschnitzel verwertet. Mit dem Erlös aus diesen Verkäufen kann die Enthurstung finanziert werden.

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ehemaliger Fichtenwald, demnächst Moorwiese – 2011-08-19

Der Kahlschlag ist in seinem linken Rand schon soweit aufgeräumt, dass in der nächsten Woche eine nach Naturschutz-Richtlinien passende Samenmischung ausgebracht werden kann, die bis zum ersten Frost keimen und heranwachsen soll. Der übrige Teil wird noch in diesem Jahr soweit von Reisig geräumt, dass im nächsten Jahr mit Balkenmähern gemäht werden kann. Auf den Einsatz von Schleppern muss hier verzichtet werden, weil der Grundwasserspiegel nur etwa 30 bis 50 cm unter der Oberfläche liegt und damit jeder Schlepper gefährdet ist, sich festzufahren.

Wir hoffen, dass die freie Sicht auf den See und das NSG helfen, den Naturschutzgedanken weiter im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.

NSG ohne Fichten?

Nachdem schon im Frühjahr rund um das Moor Fichten entfernt worden waren, wird seit etwa 10 Tagen der Fichtenwald im NSG als Kahlschlag entfernt. Um die ehemalige Deponie herum werden alle Fichten geschlagen, der Talgrund wird so auch von der Raitenbucherstrasse her einsehbar. Heute am Freitag Nachmittag sind fast alle Fichten geschlagen, jetzt wird noch aufgeräumt.

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Blick von der Strasse nach Raitenbucher in das Moor, rechts der Ursee, am linken Bildrand der Kahlschlag (Klick auf das Bild öffnet eine Vergrößerung)

Da der Boden im Kahlschlag auch zum Moor gehört, können die schweren Forstmaschinen nur vom Rand her eingesetzt werden. Daher werden alle Bäume von Hand gefällt, mit Ketten an den Rand gezogen und dort entastet und passend gesägt.

Forstmaschinen werden nur vom Rand her eingesetzt, die Arbeit im Wald (ehem. Wald) ist Handarbeit, die Kettensäge ist dabei ein Handwerkzeug.
Forstmaschinen werden nur vom Rand her eingesetzt, die Arbeit im Wald (ehem. Wald) ist Handarbeit, die Kettensäge ist dabei ein Handwerkzeug.

Von Seiten des Regierungspräsidiums und der Forstverwaltung ist keine Neuanpflanzung geplant. Der Abschnitt bleibt sich selbst überlassen.

Damit ist ein weiterer Punkt, den der AK Ursee im Kulturlandschaftsprojekt gewünscht hatte, durchgeführt worden.

Manfred G. Haderer hat am Mittwoch dieser Woche einen Artikel in der Badischen Zeitung dazu geschrieben.

Enthurstungen um den Ursee

Wie in der Arbeitsgruppe “Ursee” des Kulturlandschaftprojektes vorgeschlagen, fanden in dieser Woche die ersten Enthurstungsmaßnahmen um den Ursee statt. Dabei wurden vor allem Fichten aus dem Moor und von seinen Rändern entfernt. Damit werden die charakteristischen Moorbäume, vor allem Birken und Kiefern, prägend. Wir freuen uns riesig, dass hier durch die Zusammenarbeit von Regierungspräsidium, Gemeinde und Forstverwaltung diese Maßnahmen zur Erhaltung des Naturkleinodes Ursee zustande gekommen sind.