Archiv der Kategorie: Lepidoptera – Schmetterlinge

Quendelbläuling (Pseudophilotes baton) der 52. Falter im Urseetal

Beim Beobachten vom Hochmoor-Perlmutterfalter (wenigstens 6 Exemplare) saß auf einmal ein Bläuling bei uns. Das Foto zeigte eindeutig, dass es sich nicht um den Hauhechel-Bläuling handelte. Das Lepiforum.de bestätigte, es ist Pseudophilotes baton, der Westliche Quendel-Bläuling.

Dieser Falter ist seit Beginn der Aufzeichnungen nie in Lenzkirch gefunden worden, er steht auch nicht im Invertar des Ursee-Naturschutzgebietes. Er ist besonders geschützt laut Bundesartenschutzverordnung und gilt als stark gefährdet nach der Roten Liste. Die nächsten Funde waren 2011 in Titisee-Neustadt, 2004 in Feldberg und 2010 in St. Blasien. Also etwas ganz besonderes.

Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton
Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton

Oberseite (Foto von Sigi Kognitzki)

Quendelbläuling
Quendelbläuling, die (symmetrischen) schwarzen Flecken sind charakteristisch

Zum Verleich einen Hauhechelbläuling:

Hauhechelbläuling - Polyommatus icarus
Hauhechelbläuling – Polyommatus icarus

Dieser Falter hat einen weißen “Wisch” auf der Unterseite des Hinterflügels (und keine schwarzen Flecken auf der Vorderflügeloberseite).

Hochmoor-Perlmutterfalter – Boloria aquilonaris

2011 haben wir ihn schon mal gesehen. Heute war er wieder da, als erster Perlmutterfalter am Urseemoor. Dieser Falter galt laut Ebert als extrem bedroht. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn er gefunden wird. Er ist an die Anwesenheit der Gemeinen Moosbeere gebunden,  an der er seine Eier ablegt.

Schmetterlinge im Mai

Nun, da sich der Mai 2015 verabschiedet hat, ein Bericht der Falter im Mai 2015 aus dem Urseetal: Der häufigste Falter war mit Abstand der Pantherspanner, gefolgt vom Labkrautspanner. Auch der Aurorafalter war stark vertreten. Regelmäßig gesehen wurde auch der Grüner Zipfelfalter und der Grünaderweißling, dazu Admiral, Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs. Mehrere Silberfleckperlmutterfalter waren immer wieder unterwegs, ebenso wie Scheckenfalter, entweder Melitaea athalia oder britomartis. Zum Schluß des Monats kamen noch Distelfalter, Gelbbindinger Mohrenfalter, Kleine Kohlweißling und Kleine Würfeldickkopffalter hinzu. Das Highlight des Monats waren neue Beobachtungen des Gelbwürfeligen Dickkopffalters, der an mehreren Tagen gesichtet wurde, einmal auch mit 2 Exemplaren gleichzeitig. Selbst ein Schwalbenschwanz war unterwegs. Mehrer Spanner warten noch auf die Bestimmung. An der Gutach wurde zum der Dunkle Dickkopffalter und ein (sehr seltener) Kurzschänziger Bläuling (Cupido argiades) fotografiert.

Für des Urseetal ist das ein normales Jahr.

Neuer Falter (51.) im Urseetal: Carterocephalus palaemon – Gelbwürfeligen Dickkopffalter

Beim Spaziergang heute morgen haben wir einen Dickkopffalter fotografiert, den wir noch nie gesehen haben. 2015-05-23_FalterRaupen (4 von 31) 2015-05-23_FalterRaupen (5 von 31)2015-05-23_FalterRaupen (8 von 31)

Carterocephalus palaemon - Gelbwürfeliger Dickkopffalter
Carterocephalus palaemon – Gelbwürfeliger Dickkopffalter

Bestätigt wurde im Lepiforum.de, dass es sich tatsächlich um den im Schwarzwald seltenen Gelbwürfeligen Dickkopffalter – Carterocephalus palaemon handelt.

Zuletzt wurde der Falter von Stefan Hafner im Jahre 1999 in Lenzkirch beobachtet, sonst gibt es Funde in Ühlingen, Todtnau, Löffingen.

Nochmal Bähnleradweg

Am 16.Mai war ich nochmal auf dem Bähnleradweg von Neustadt nach Lenzkirch. Es zeigten sich der Trauermantel, der vom Urseetal her bekannte Kleine Würfeldickkopffalter und ein Spanner, den das Lepiforum als Ematurga atomaria (LINNAEUS, 1758) – Heidespanner identifizierte.

Trauermantel – Nymphalis antiopa
Trauermantel - Nymphalis antiopa
Trauermantel – Nymphalis antiopa
Pyrgus malvae - Kleiner Würfeldickkopffalter
Pyrgus malvae – Kleiner Würfeldickkopffalter – frisch
Pyrgus malvae -Kleiner Würfeldickkopffalter abgeflogen
Pyrgus malvae -Kleiner Würfeldickkopffalter abgeflogen
Ematurga atomaria - Heidespanner
Ematurga atomaria – Heidespanner
Ematurga atomaria  - Heidespanner mit Frau
Ematurga atomaria – Heidespanner mit Frau

Frühling 2015

Tagpfauenauge - -Nymphalis io
Tagpfauenauge – -Nymphalis io

Seit langem habe ich heute mal wieder die Kamera genommen und einen Spaziergang im Urseetal gemacht. Die Fotoausbeute ist hier zu sehen. Gesehen habe ich zusätzlich noch den Aurorafalter. Von bunten Wiesen kann man nur träumen.

C-Falter - Nymphalis C-album
C-Falter – Nymphalis C-album
Nymphis C-Album
Nymphis C-Album
Kleiner Fuchs - Nymphlis urticae
Kleiner Fuchs – Nymphlis urticae
Zitronenfalter - Gonopteryx rhamni
Zitronenfalter – Gonopteryx rhamni

Einige Pflanzen

Wieder beim Fotoshooting

Nach langer Zeit habe ich mir heute die Kamera geschnappt und wieder fotografiert. Mein langjähriger Begleiter Darwin ist leider schon 18 Monate nicht da, er ist mit 17 Jahren gestorben. Es war zwar nicht ein Schmetterlingsfest, dafür war zuviel frisch gemäht, aber doch viele Arten und teilweise viele Exemplare: Wieder beim Fotoshooting weiterlesen

Im Urseetal 2014

Liebe Freunde,

in diesem Jahr sind wir verspätet: Eine schwere Krankheit hat uns ziemlich blockiert und hemmt noch imer unsere Aktivitäten. Dennoch gibt es einige neue Nachrichten:

  1. Ganz von allein hat ein Bauern das Gülleverbot im NSG respektiert! Das ist ein wichtiger Fortschritt,weil sich die vielen Hinweise endlich im Kopf eingenistet haben.
  2. Es hat eine Kreuzotter-/Schlangen-Inverntur im Urseetal stattgefunden, bei der wenigstens 1 Schlange auch gesichtet wurde. Zuvor war Gerrit Müller, der Schlangenbeauftragte für den Hochschwarzwald, schon zu Besuch und war ebenfalls fündig.
  3. Neben vielen Kleinen Füchsen haben wir schon sehr früh einen Schwalbenschwanz gesehen, Mohrenfalter sind auch schon unterwegs (Erebia meolans) und einige Bläulinge waren auch schon zu beobachten.
  4. Die Libellen in unserem Teich sind auch schon geschlüft (Azurjungfer, Adonislebelle, Plattbauch, Vierfleck, und Blaugrüne Meerjungfer).

Wir werden weiter berichten.

Die Urseetaeler

Jubiläum: Die 50. Tagfalterart im Urseetal

Es gibt einen Grund zu Feiern: Heute wurde die 50. Tagfalter-Art im Urseetal fotografiert: Die Ehre gebührt dem Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium W album), der auch bei dem relativ schlechten Bild durch das weiße W auf der Hinterflügel-Unterseite charakterisiert werden kann.

Ulmenzipfelfalter 22. Juli 2012 Urseetal
Ulmenzipfelfalter 22. Juli 2012 Urseetal

Der Falter saß ganz ruhig am Waldweidenröschen und wurde erst bei Rückwärtsblicken entdeckt. Der erste Eindruck, dass es sich um den Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) handele, den wir schon vor zwei Jahren im Urseetal fotografiert haben, bestätigte sich nicht, T.betulae hat zwei weiße Punkt-Strichreihen auf dem Hinterflügel. Außerdem ist die Punktreihe mit orange und schwarz eindeutiges Merkmal.

Der Falter ist auf der aktuellen Roten Liste BW (2008) im Schwarzwald mit gefährdet eingestuft und wie alle Tagfalter durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

 

 

Am Jahresende!

Liebe Urseetal-Freunde! An diesem Jahresende lohnt es sich Bilanz zu ziehen, denn es hat sich einiges getan: Mit dem Kulturlandschaftsprojekt, dass in den nächsten beiden Jahren weitergeführt wird, konnte die Aufmerksamkeit auf das Urseetal gerichtet werden. Es hat einige Enthurstungen und Freihaltungsaktionen gegeben, durch die der Anblick auf das Tal und das Hochmoor geöffnet wurden, wenn auch manchmal etwas schmerzlich für die Beteiligten. Es war ein phantastisches Schmetterlingsjahr bis zum 15. Juli, die Zahl der beobachteten Arten wurde auf 49 hochgeschraubt. Schließlich gab es ab August Heuschrecken zu beobachten, in deren Gesang und deren Finden wir uns noch weiter einarbeiten werden.

Mit dem Neuen Jahr sind die Tagfalter-Funde aus dem Urseetal auch in der öffentlich zugänglichen Schmetterlingsdatenbank schmetterlinge-bw.de zu finden, die vom Staatlichen Naturkunde-Museum Karlsruhe für ganz Baden-Württemberg geführt wird und wodurch die Daten von Ebert weitergeführt werden. Aktuell sind die Beobachtungen von 2008 und 2009 dort hinterlegt, die von 2010 und 2011 werden bald folgen. Unsere Aktivitäten im Urseetal sind so eine gute Ergänzung zu den anderen Funden. Jeder fünfte Tagfalter, den wir im Urseetal fotografieren konnten, steht auf der Roten Liste. Einige Arten sind gefährdet und sogar stark gefährdet (vergleiche die Tagfalter-Seite). Mehrere der Arten sind auch im 111-Arten-Korb der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg). Woanders ist schon ein Tier im Arten-Korb Anlass zu Aktivitäten, hier sind nicht nur Tagfalter, sondern auch verschiedene Vögel und Schlagen im Artenkorb, ohne dass bisher etwas passiert ist. Zugegeben, ein NSG und ein geplantes NSG (da kommt es offensichtlich zu Verzögerungen) und einen Modellversuch Kulturlandschaftprojekt gibt es woanders auch nicht.

Unser Ziel für dieses Jahr ist ein erweiterter Falter-Schutz auch außerhalb des NSG. Dafür wurde der Beauftragte für Vertragsnaturschutz im Landratsamt schon angeschrieben. Außerdem wollen wir die Falterpracht verstärkt bekannt machen. Entwürfe für einige Postkarten liegen schon vor und können angefragt werden. Im Juni ist dann auch eine Naturkundliche Wanderung durch das Urseetal vorgesehen, bei der hoffentlich auch Tagfalter gezeigt werden können.

Allen Freunden des Urseetales ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2012!

Die Urseetäler

Noch lebt die Wüste!

Nachdem wir schon einige Nächte mit Nachtfrost hatten, sollte man meinen, dass kein Schmetterling überlebt hat. Nichts ist’s: Vorsichtshalber waren die Balkonblumen in den Wintergarten umgelagert und haben die Frostnächte überlebt. Jetzt, wo es keinen Frost mehr hat, stehen sie wieder auf dem Balkongeländer – und siehe da: Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) vor sieben Tagen und heute angeblich schon wieder, dabei war es heute eine Gammaeule (Autographa gamma). Es gibt allerdings auch fast keine andere Blütenpflanzen mehr, denn die Wiesen sind alle gemäht und die Gartenblumen nach den Frostnächten erfroren. Wenn ich Schmetterling wäre, würde ich mich auch hier einfinden.

 

AutographaGamma_Gamma-Eule_IMGP9962Macroglossum-stellatarum_IMGP9952

Heute in der Badischen Zeitung

Manfred G. Haderer hat heute einen Artikel in der Badischen Zeitung über das Urseetal veröffentlich, der vor allem drei Punkte berührt: Neueste Entwicklungen im Urseetal, Artenvielfalt bei Insekten, vor allem bei Schmetterlingen, und zuletzt Pflege einer geeigneten, natürlichen Umgebung für den Erhalt der bedrohten Schmetterlingsarten. Wir begrüßen alle Leser, die über den Bericht den Weg auf diese Webseite finden!

Alcis repandata – Wellenlinien-Rindenspanner

Alcis repandata - Wellenlinien-Rindenspanner - 2011-08-13
Alcis repandata – Wellenlinien-Rindenspanner – 2011-08-13

Auch dieser Nachtfalter aus der Familie der Spanner – Geometridae fand sich in unserem Wintergarten. Da die charakteristische Wellenlinie bei diesem Tier nicht so deutlich erkennbar ist, brauchte Bestimmung etwas länger. Der Wellenlinien-Rindenspanner ist häufig, findet sich fast überall in Europa und hat ein breites Nahrungsspektrum. Er gilt als nicht gefährdet.

Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule

Cerapteryx graminis - Dreizack-Graseule - 2011-08-14
Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule – 2011-08-14

Gestern bei Sonne und viel Wind eine übliche Falterwanderung am Waldrand im Urseetal gemacht. Wo früher im Jahr hunderte von Tagfaltern flogen, habe ich außer mehreren Kleinen Kohlweißlingen (?) einen kleinen Feuerfalter und einige Nachtfalter gesehen. Dieser hier ließ sich fotografieren: Es ist Cerapteryx graminis – Dreizack-Graseule . Der Falter ist eher im Gebirge und dort bis zu einer Höhe von 2000 msm zu finden. Als Habitat werden “Feuchte Wiesen, Moorwiesen, grasige Schonungen” (aus der Insektenbox) genannt. Flugzeit Juli bis September