Category Archives: Lepidoptera – Schmetterlinge

Falter in Lenzkirch – Beobachtung aus Urseetal und Kappel

Bernhard Kleine hat ein Buch herausgebracht, in dem er seine Bilder von 304 Faltern vorstellt. Das Buch kann mit dieser ausgedruckten Datei bestellt werden. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Ein Manuskript des Buches kann auch hier eingesehen werden. Der Ausdruck, auch zu privaten Zwecken, ist ohne vorige Zustimmung des Autors eine Verletzung des Urheberrechtes. Zur Zeit läuft noch die Subskription, bei der das Buch zu einem ermäßigten Preis bezogen werden kann.

Agonopterix heracliana- Ein Kleinfalter

Agonopterix heracliana (kein deutscher Name)

Dieser Falter tauchte Anfang Februar bei mir im Zimmer auf. Vom Bild her passte er am besten zu Agonopterix angelicella und als möglichen angelicella habe ich ihn im Lepiforum vorgestellt. Von einem der Depressarini-Fachleute wurde Agonopterix bestätigt, für weitere Aussagen wurde der Falter benötigt. Einige Tage später konnte ich das Tier fangen. Ich habe es dann zur Bestimmung weggeschickt. Es wurde ganz schnell als Agonopterix heracliana identifizert, einer Grasminiermotte aus der Unterfamilie der Depressariinae, der von Juli bis Mai fliegt. Im Hochschwarzwald ist er früher beobachtet worden, aber seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Erstes Ködern

Gestern habe ich erstmals Köder benutzt, um Nachtfalter anzulocken. Das hat ganz gut funktioniert, außer dass es mir schnell zu kalt wurde. So habe ich nach sechs Faltern abgebrochen. Zwei Arten konnten bestimmt werden: Heidelbeer-Wintereule (Conistra vaccini) und die Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa). Die erste habe ich vorher schon fotografiert, die Satellit-Wintereule ist neu.

Heidelbeer-Wintereule (Conistra vaccini)
Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa)

Sackträgerraupen im Februar an der Hauswand

Zwischen dem 14. und 19. Februar 2019 (bei höchstens 10 °C Außentemperatur, aber Sonnen-beschienen) krabbelten bis zu vier Sackträgerraupen (Art unbekannt) an der Hauswand hoch. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu sehen. Sie scheinen eher Dreck an der weißen Wand zu sein. Da ich sie aber habe krabbeln sehen, bin ich sicher, dass es sich um Tierchen handelt.

Sackträgertaupe (Psychidae), oben ist der Kopf sichtbar, vielleicht Dahlica triquetrella (f. parth.) – Dreikant-Zwerg-Sackträger (eingeschlechtliche Form) (Lepiforum)

Buch mit über 300 Falter aus Lenzkirch

Zur Zeit bis zum 30.4. 2019 läuft die Subskription für das Buch von Bernhard Kleine Falter in Lenzkirch. Darin werden über 300 Schmetterlinge (Tagfalter, Nachtfalter und Kleinschmetterlinge) vorgestellt, die der Autor vor allem im Urseetal in Lenzkirch fotografiert hat. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Bestellformulare gibt es dort auch.

Weitere Information erhalten Sie, wenn Sie eine Mail an Bernhard.Kleine(at)gmx.net schreiben.

Eine kleine Rarität

Agonopteryx curvipunctosa (kein deutscher Name)

Dieser kleine Falter wurde am 31. Juli 2017 am Haus am Licht fotografiert. Jetzt stellten wir fest, dass es sich um einen Falter handelt, der westlich von Villingen oder Blumberg noch nie identifiziert wurde. Im übrigen Schwarzwald ist er auch bisher nicht bekannt. Im Lepiforum wurde bestätigt, dass es sich um Agonopteryx curvipunctosa handelt.

Herbstspanner

Sie sind bisher unter dem Radar geflogen, die Spanner, die erst im Herbst fliegen. Darunter sind auch einige Arten, die zu den Schädlingen von Obstbäumen gehören:

Kleiner oder Buchen-Frostspanner (Operophtera brumata oder frugata; nur an Hand der Unterseite zu unterscheiden)

Nachdem dieser Falter, der nicht eindeutig identifiziert war, abends in Zimmer geflogen war, kam dieser Olivgrüne Bindenspanner (Chloroclysta siterata) am nächsten Tag ans Licht.

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata). Der hochgestreckte Hinterleib ist etwas besonderes, es sind nämlich die Männchen, die das Abdomen so aufrichten. Die Weibchen dieser Gattung sind flugfähig, haben auch ein charakteristisches Abdomen, aber anders geformt. 
Dieser Falter wurde im Lepiforum als Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) eindeutig identifiziert. 

Der Kleine Frostspanner (Operothera brumata) hat flügellose Weibchen, deshalb ist dieser Falter ein Mänchen. Durch Leimbinden kann man im Herbst verhindern, dass die Weibchen an den Stämmen der Obstbäume hochklettern, dadurch kann der Schaden drastisch begrenzen, weil die Weibchen nicht zu Eiablage in den Kronen der  Bäume kommen.

Es sind zwei Bilder des gleichen Falters, einmal auf der Rollade (unten) und das andere Mal im Zimmer, das untere Bild ähnelt eher dem Frostspanner, wie er überlicherweise abgedildet wird.

Heute im Urseetal

Diurnea lipsiella (männlich)

Das Tagpfauenauge war noch monatelang Abwesenheit schon eine Überraschung, aber Aglais io ist ein Ganzjahresfalter. Der andere Falter ist mir unbekannt. Mal sehen, was Lepiforum herausbringt. Bis jetzt sind wir ahnungslos. Im Lepiforum wurde er (es ist ein Männchen) als Diurnea lipsiella (ein deutscher Name ist Herbstbuchenmotte) aus der Familie der Breitflügelmotten (Chimabachidae), von denen es nur drei Arten in Mitteleuropa gibt. Die Weibchen von D. lipsiella sind flügellos. Bisher ist kein Beleg für den Süd/Hochschwarzwald in der Insectis Online Datenbank

Wie man sieht, liegt an den Nordhängen und im Schatten noch Schnee. Winterspanner waren heute vielleicht da, aber die Falter, die flogen, konnte man bei den wechselnden Lichtverhältnissen nicht gut verfolgen oder sie flogen unerreichbar weg.