Archiv der Kategorie: Lepidoptera – Schmetterlinge

Poecilocampa populi

Gestern ließ sich diese hübsche Winterglucke abbilden.  Es ist eine Poecilocampa populi – eine Kleine Pappelglucke, die von Mitte Oktober bis in den Dezember hinein fliegt. Der Falter steht nicht in der aktuellen Roten Liste. Er ist vor 80 Jahren zuletzt in Lenzkirch gemeldet worden.

Über 200 neue Nachtfalter in diesem Jahr 2019 bisher

Seit dem 1.4.2019 haben wir 220 neue Nachtfalter (eingeschlossen Kleinschmetterlinge) neu dokumentiert. Der Vergleich mit dem Buch von Steiner und anderen (Die Nachtfalter Deutschlands) und der Landesdatenbank Baden-Württembergs sind jetzt 50 % der möglichen Spanner (Geometridae)  fotografiert.

Der letzte auffallende Fund war Catocala fraxini (Blaues Ordensband) am 6.10.2019

 

Das ist aber nur der Höhepunkt der diesjährigen Faltersaison. Der Falter ist die größte Eule, die bei uns vorkommt. Er hat eine Spannweite von bis zu 10 cm. ( 9 waagerechte Fäden im Netz sind 1cm). Er ist durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU besonders geschützt. C. fraxini und C. nupta konnten bisher im Urseetal fotografiert werden. Vor dem von mit beschriebenen Fund hat in diesem Jahr schon H. Ulsamer einen C. fraxini aus der Wutachschlucht in Lenzkirch gezeigt.

Larentia clavaria – Malven-Blattspanner

Dusel muss man haben: Als ich die Rollade herablassen will, sitzt außen am Fenster ein Falter. Ich habe ihn versucht zu fotografieren. Er setzte sich aber unter die Terrassendecke, etwas zu weit fürs Macro. Bis ich dann die Belichtung richtig eingestellt hatte, blieb er sitzen und erlaubte mir zwei Fotos. Die App auf waarneming.nl sagt: Larentia clavaria – Malvenblattspanner. Soweit ok. Aber dieser Falter steht auf der Roten Liste von BaWue als “vom Aussterben bedroht”. Als ich noch weitere Fotos schießen wollte, war er trotz Regens wieder verschwunden. 27. September 2019

 

Larentia clavaria
Flugzeit
Die Funde im Schwarzwald für L. clavaria: 2009 und früher in Todtnau durch J. Asal und 2014 durch K. Seckinger in St. Blasien. sonst vor 2000. (Ausschnitt von Insectis Online vom 2.10.2019) Außerhalb der Karte finden sich in BaWue keine aktuellen Funde.

Nycteola degenerana – Salweiden-Wicklereulchen

Nycteola degenerana

Diese kleine Eule sah ich im Juli am Netz. So unscheinbar sie auch scheint, es ist ein ganz besonderer Falter: Außer in BaWue, Bayern, und Sachsen kommt er in Deutschland nicht (mehr) vor. Die Verbreitungskarte von Schmetterlinge-D.de zeigt alle aktuellen (dunkelgrün) Funde. Der Fund aus Lenzkirch ist natürlich noch nicht in der Karte, aber im nächsten Jahr können Sie ihn dort finden. Sie ist im übrigen erst mein zweiter Falter aus der Nolidae-Familie. Offensichtlich ist der südliche Schwarzwald noch am besten für diesen Falter geeignet.

Auf der aktuellen Roten Liste von BaWue ist er mit 1 = vom Aussterben bedroht klassifiziert. Wir sind sehr froh, dass wir ihn im Urseetal beobachten konnten.

Ein Falter speziell im Hochschwarzwald

Beim Leuchten am Donnerstag im Urseetal habe ich neben anderen einen Falter fotografiert, der auf der Roten Liste Baden-Württembergs mit 1 = vom Aussterben bedroht verzeichnet ist. Vom Weidenpalpenspanner (Hydriomena ruberata) sind in der Landesdatanbank nur wenige Funde im Hochschwarzwald seit dem Jahre 2000 dokumentiert. Laut Erwin Rennwald sind die Funde in Nordbaden-Württemberg fraglich. Ich habe auch erst durchs Lepiforum von der Seltenheit erfahren. Bin natürlich beeinfruckt.

Neue Falter im Urseetal

Die Sammlung von Falter im Urseetal wird größer: Nicht bei den Tagfaltern, aber bei den Nachtfaltern und den Kleinschmetterlingen.

Nachtfalter: Die Raupe der Graue Felsflur-Staubeule (Hoplodrina respersa), eine Rotbraune Frühlingseule (Cerastis rubicosa), ein Frühlingskreuzflügel (Alsophila aescularia), Graugelber Breitflügelspanner (Agriopis marginaria), Hellgrauer Lappenspanner (Trichopteryx carpinata), ein Ringfleck-Rindenspanner (Cleora cinctaria), Großer Berberitzenspanner (Hydria cervinalis).

Kleinschmetterlinge: Buchenmotte (Diurnea fagella), Depressaria chaerophylli, Pyrausta despicata, Cydia strobella.

Winterfalter

Wo ich in den letzten Jahren immer davon gesprochen habe, die Faltersaison sei eröffnet, kann ich das dieses Jahr guten Gewissens nicht mehr behaupten. Die Faltersaison war nämlich nie zu Ende.

Alle Schmetterlinge überwintern, einige als Ei, als Raupe wie der Sackträger (Dahlica triquetrella) oder als Puppe, einige als Falter. Andere leben als Falter zur Winterzeit: Ptilophora plumigera und Operophtera brumata. Wenige Falter leben tatsächlich als Falter im Winter und auch danach: Zum Bespiel die Eulen Lithophane ornithopus, Conistra vaccini und Epsilia transversa. Wie sie das machen, weiß ich nicht. Tatsächlich müssen sie u.a. verhindern, dass die Hämolymphe, das “Blut” der Schmetterlinge einfriert, kristallisiert und dadurch die Gefäße sprengt. Beim Zitronenfalter weiß man, dass er ein Anti-Freezing-Protein besitzt, das dieses Gefrieren verhindert. Von anderen Faltern hat man (oder ich) keine Ahnung, ob sie es genauso machen.

Selbst die Tagfalter vom März sind mit einer Ausnahme alles Falter, die schon im letzten Jahr geschlüpft sind: Trauermantel, Großer und Kleiner Fuchs, Admiral, Tagpfauenauge, Zitronenfalter.

Der erste Falter, der in diesem Jahr geschlüpft ist, ist der Aurorafalter, der sich aber bis jetzt noch nicht in Pose gesetzt hat, um fotografiert zu werden. Allerdings ist weder die Knoblauchrauke, noch das Wiesenschaumkraut weit genug gewachsen und aufgeblüht, um als Sitzplatz zu dienen. Das Birkenjungferkind habe ich leider in diesem Jahr noch nicht finden können, nur vor einem Jahr. Das ist ein Falter der schon im Februar aus der Raupe schlüpfen kann, wenn es warm genug ist. Auch die Buchenmotte (Diurnea fagella) ist so ein früh schlüpfender Falter.

Die Grasminiermotte Agonopterix heracliana, die im Frühjahr aufeinmal im Zimmer auftauchte, wartet unter der Birkenrinde auf den Frühling. Als das Birkenholz vom kalten Holzschopf in die Wohnung getragen wurde, “erwachte” sie aus ihrer Winterstarre und flog durchs Zimmer.

Mächtig viel Aktivität im Urseetal

Heute habe ich den Großen Fuchs, den ich im letzten Jahr zum ersten Mal beobachtet habe, bestätigen können. Dazu kam das erste Bild in diesem Jahr vom C-Falter und vom Zitronenfalter, gesehen hatte ich sie schon vorher. Trauermäntel und Kleine Füchse gehören in diesem Jahr zu den Faltern, die man immer findet, genauso wie das Tagpfauenauge.

Falterbuch fertig

Das Buch Falter in Lenzkirch ist fertig gedruckt und wird in den nächsten Tagen an die Bestellern ausgeliefert. Wer sich dafür interessiert, schreibt an Bernhard Kleine. Es sind über 300 Falter geworden mit 67 Tagfaltern,163 Nachtfalter und 76 Kleinschmetterlingen; über 400 Farbbilder von Faltern und Raupen auf 224 Seiten.

Falter in Lenzkirch – Beobachtung aus Urseetal und Kappel

Bernhard Kleine hat ein Buch herausgebracht, in dem er seine Bilder von 304 Faltern vorstellt. Das Buch kann mit dieser ausgedruckten Datei bestellt werden. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Ein Manuskript des Buches kann auch hier eingesehen werden. Der Ausdruck, auch zu privaten Zwecken, ist ohne vorige Zustimmung des Autors eine Verletzung des Urheberrechtes. Zur Zeit läuft noch die Subskription, bei der das Buch zu einem ermäßigten Preis bezogen werden kann.

Hellgraue Holzeule – Lithophane ornitopus

Am dritten Tag des Köderns gab es eine weitere Eule aus der Unterfamilie Xyleninae: Die Hellgraue Holzeule (Lithophane ornitopus). Diese Eule schlüpft schon im September, hat dann, wenn es ganz kalt wird, Winterruhe und wacht wieder auf, wenn es wärmer wird.

Agonopterix heracliana- Ein Kleinfalter

Agonopterix heracliana (kein deutscher Name)

Dieser Falter tauchte Anfang Februar bei mir im Zimmer auf. Vom Bild her passte er am besten zu Agonopterix angelicella und als möglichen angelicella habe ich ihn im Lepiforum vorgestellt. Von einem der Depressarini-Fachleute wurde Agonopterix bestätigt, für weitere Aussagen wurde der Falter benötigt. Einige Tage später konnte ich das Tier fangen. Ich habe es dann zur Bestimmung weggeschickt. Es wurde ganz schnell als Agonopterix heracliana identifizert, einer Grasminiermotte aus der Unterfamilie der Depressariinae, der von Juli bis Mai fliegt. Im Hochschwarzwald ist er früher beobachtet worden, aber seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Erstes Ködern

Gestern habe ich erstmals Köder benutzt, um Nachtfalter anzulocken. Das hat ganz gut funktioniert, außer dass es mir schnell zu kalt wurde. So habe ich nach sechs Faltern abgebrochen. Zwei Arten konnten bestimmt werden: Heidelbeer-Wintereule (Conistra vaccini) und die Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa). Die erste habe ich vorher schon fotografiert, die Satellit-Wintereule ist neu.

Heidelbeer-Wintereule (Conistra vaccini)
Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa)

Sackträgerraupen im Februar an der Hauswand

Zwischen dem 14. und 19. Februar 2019 (bei höchstens 10 °C Außentemperatur, aber Sonnen-beschienen) krabbelten bis zu vier Sackträgerraupen (Art unbekannt) an der Hauswand hoch. Man muss schon genau hinschauen, um sie zu sehen. Sie scheinen eher Dreck an der weißen Wand zu sein. Da ich sie aber habe krabbeln sehen, bin ich sicher, dass es sich um Tierchen handelt.

Sackträgertaupe (Psychidae), oben ist der Kopf sichtbar, vielleicht Dahlica triquetrella (f. parth.) – Dreikant-Zwerg-Sackträger (eingeschlechtliche Form) (Lepiforum)

Buch mit über 300 Falter aus Lenzkirch

Zur Zeit bis zum 30.4. 2019 läuft die Subskription für das Buch von Bernhard Kleine Falter in Lenzkirch. Darin werden über 300 Schmetterlinge (Tagfalter, Nachtfalter und Kleinschmetterlinge) vorgestellt, die der Autor vor allem im Urseetal in Lenzkirch fotografiert hat. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Bestellformulare gibt es dort auch.

Weitere Information erhalten Sie, wenn Sie eine Mail an Bernhard.Kleine(at)gmx.net schreiben.