Archiv der Kategorie: Artenvielfalt

Bienensendung im Ersten – Bitterer Honig mit einer Chimäre im Titelbild

Noch kann man die Sendung im ersten Nachsehen. Aber was nur ärgerlich ist: Das Bild, mit dem die Sendung beworben wird, stellt keine Biene dar, sondern eine Chimäre aus dem Körper einer Biene und den Flügel einer Schwebfliege. Eine Biene hätte nämlich vier Flügel und nicht nur zwei. Es ist schon bemerkenswert, dass die Autoren kein passendes Bild einer Biene zustande gebracht haben, sondern Zuflucht zu Photoshop nehmen mussten. Dass das Konstrukt dann falsch wird, ist wohl den mangelden Biologiekenntnissen zuzuschreiben. Peinlich!

 

Chimäre von Biene und Schwebfliege

Nachtrag zum Artikel “50 verschiedeneTagfalter-Arten”

27.8.2012: Als Nachtrag zu dem früheren Artikel teilte heute das Landratsamt mit, dass die Gemeinde Schluchsee und damit die Gruppenwasserversorgung in Zukunft erst nach dem 15. August mähen wird. Und sie bewegt sich doch 🙂

3.9.2012: Auch die Firma Metzger in Raitenbuch hat Ihre Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass sie auf Anregungen, geschützte Pflanzen zu erhalten, eingehen und zumindest Rücksprache mit der Geschäftsleitung suchen sollen.

 

50 verschiedene Tagfalterarten im Urseetal

Liebe Freunde des Urseetal,

Die Schallmauer ist gebrochen!

Fünfzig verschiedene Tagfalter haben wir in den letzten 5 Jahren im Urseetal fotografiert. Das Gebiet, auf das wir uns bei unseren Entdeckungen beschränken, ist gerade mal 3,5 Kilometer lang, (von der Kirche in Lenzkirch bis zur Wendeschleife des Urseerundweges) und wo es am breitesten ist, 700 m breit. Das NSG hat eine Fläche von 30 ha, das Gebiet drumherum vielleicht nochmal genauso viel. Das ist eigentlich ein winziges Fleckchen. Und dennoch finden wir hier eine Vielfalt an Tagfaltern, die so schnell woanders nicht erreicht oder nicht beobachtet wird. Und nicht nur von Tagfaltern, genauso von Nachtfaltern, Libellen, Heuschrecken, und auch von Vögeln oder Schlangen und anderen Reptilien.

Wie kann diese Vielfalt entstehen bzw. wie konnte sich diese Vielfalt erhalten? Zur Geschichte des Urseetales kann natürlich Manfred Haderer viel mehr sagen als wir, gemeinsam mit ihm haben wir aber die Besonderheit des Urseetales wieder ins Bewußtsein gerückt und wollen jetzt versuchen, für den Erhalt der Artenvielfalt in unserem Kleinod Maßnahmen zu gestalten. Dass mitten im Urseetal ein Naturschutzgebiet liegt, kommt der Artenvielfalt zu Gute, aber dass bis ins letzte Jahr z.B. auf den Wiesen im Naturschutzgebiet Schwemmmist ausgebracht worden ist, ist natürlich keine Förderung der Artenvielfalt. Da keimt aber ein kleines Pflänzchen, denn von diesem Düngen haben die Bauern im Jahre 2012 bislang jedenfalls Abstand genommen. Da im Jahre 1992 bei der Erweiterung des Naturschutzgebietes nur diejenigen Bewirtschaftungen genehmigt wurden, die bis dahin schon bestanden, darf nur der Bauer heute, d.h. 20 Jahre später, Schwemmmist ausbringen, der das schon vor 1992 gemacht hat. Da die Laufstallhaltung von Kühen, bei der Jauche und Mist nicht mehr getrennt aufgefangen werden, sondern gemeinsam im Güllesilo, erst viel später im Hochschwarzwald Einzug gehalten hat, ist das Ausbringen von Schwemmmist im NSG Ursee faktisch verboten, weil es das 1992 noch nicht gab. Wir haben diese Bestimmungen seit Beginn des Kulturlandschaftsprojektes immer wieder öffentlich formuliert und nirgends Widerspruch erfahren. Es waren auch die Landwirte auf den verschiedenen Veranstaltungen dabei. Daher vermuten wir, dass auch die Landwirte verstanden haben, dass das Schwemmmist/Gülle-Ausbringen im NSG regelwidrig war und ist.

Uns geht es nicht darum, jemanden vor den Richter zu ziehen, der sich nicht regelkonform im NSG verhält. Wir fragen aber mal unsere Leser, wie man sich zu einem PKW-Fahrer stellen soll, der sein Auto im innersten Bereich des Wasserschutzgebietes abstellt, mitten im ausgeschilderten Naturschutzgebietes und außerdem noch ein Fahrverbot für Fahrzeuge aller Art überfahren hat. Das Auto wurde heute fotografiert, die Nummer ist notiert.

Oder: Am vorletzten Freitag gab es eine naturkundliche Wanderung durch das Urseetal. Dabei haben wir auch die beiden Orchideen innerhalb der Umzäunung des ortsnahen Tiefbrunnen gewürdigt. Am folgenden Montag war die Fa. Metzger in Raitenbuch beauftragt, innerhalb der Umzäunung zu mähen. Der junge Mann wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Orchideen streng geschützt sind. Er hat sie beide nieder gemäht. Das ist nicht mehr fahrlässig, es ist absichtlich. Es ist zum Heulen! Ob noch andere geschützte Pflanzen zerstört wurden, können wir nicht sagen, da wir das Terrain nicht abgegangen sind. Es ist ja auch nicht so, dass die Orchideen im nächsten Jahr wieder da sein werden. Seit 20 Jahren haben wir dort noch nie eine Orchidee gesehen, einmal ein Knabenkraut auf der südlichen Bachseite zur Straße nach Schluchsee, diese Pflanze war auch nach 3 Tagen abgerissen.

Ob der Auftrag, innerhalb und außerhalb der Umzäunung zu mähen, überhaupt NSG-gerecht ist, ist äußerst zweifelhaft: In einem NSG sind Pflanzen und Tiere geschützt. Nur bei der Bewirtschaftung sind Eingriffe erlaubt. Allein aus optischen Gründen im Juli die Grundstücke zu mähen, wird durch das NSG nicht abgedeckt, sondern ist gesetzeswidrig. Wenn jemand meint, die Gruppenwasserversorgung, die für das Mähen verantwortlich ist, zur Rechenschaft zu ziehen, treten wir gerne als Zeugen auf. Auch öffentliches Eigentum verpflichtet. Wenn schon auf öffentlichen Grundstücken der Naturschutz mit Füßen getreten bzw. mit Sensen zerschnitten wird, wie kann man dann vom Privatmann erwarten, Richtlinien des Naturschutzes einzuhalten.

Nachdem jetzt das Urseetal zum Glück mehr im Focus steht, sind auch solche Dicken Bretter, wie das Verhalten der Gruppenwasserversorgung im NSG, zu bohren. Es geht wie gesagt nicht um Strafe, sondern um Verhaltensänderung.

Lassen Sie uns bitte wissen, wie Sie zu diesen Vorgängen stehen. Wir werden auf alle Mitteilungen reagieren.

Viel Spaß bei den Wanderungen im Urseetal bei jetzt schönerem Wetter.

Die Urseetäler

Jubiläum: Die 50. Tagfalterart im Urseetal

Es gibt einen Grund zu Feiern: Heute wurde die 50. Tagfalter-Art im Urseetal fotografiert: Die Ehre gebührt dem Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium W album), der auch bei dem relativ schlechten Bild durch das weiße W auf der Hinterflügel-Unterseite charakterisiert werden kann.

Ulmenzipfelfalter 22. Juli 2012 Urseetal
Ulmenzipfelfalter 22. Juli 2012 Urseetal

Der Falter saß ganz ruhig am Waldweidenröschen und wurde erst bei Rückwärtsblicken entdeckt. Der erste Eindruck, dass es sich um den Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) handele, den wir schon vor zwei Jahren im Urseetal fotografiert haben, bestätigte sich nicht, T.betulae hat zwei weiße Punkt-Strichreihen auf dem Hinterflügel. Außerdem ist die Punktreihe mit orange und schwarz eindeutiges Merkmal.

Der Falter ist auf der aktuellen Roten Liste BW (2008) im Schwarzwald mit gefährdet eingestuft und wie alle Tagfalter durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

 

 

Ausflug im Hinterzartener Moor

Am Samstag, den 30. Juli 2011, trafen sich 14 Interessierte zu einer Exkursion ins Hinterzartener Moor. Siegfried Kognitzki (SK) von der NABU-Gruppe und Sprecher des LNV Hochschwarzwald führte die Teilnehmer.

Nach einer Einführung zu Entstehung eines Moores und den Voraussetzungen, damit überhaupt ein Moor entstehen kann, zeigte SK ganz konkret die Gliederung eines Moores und seiner Umgebung. Die charakteristischen Moorpflanzen und einige der im Moor lebenden Tiere wurden beim Rundgang vorgestellt. Wegen der noch kalten Witterung waren vor allem die Insekten nicht aktiv. Nur eine Libelle unbekannter Art wurde gesehen. Die vielen Grasfroschlarven sind nicht richtig spezifisch für das Moor. Neben dem Bohlenweg wurden aber Moorpflanzen entdeckt: Rauschbeere, Sumpfblutauge (verblüht), Fieberklee, Rosmarinheide und vor allem die Torfmoose. Auf die Unterschiede der Moorkiefer (Spirke; Pinus mugo spp. uncinata) im Vergleich zur Waldkiefer (Pinus sylvestris), von Hängebirken und Moorbirken und von der Moorweide zu anderen Weidenarten wies SK hin.

Auf dem weiteren Weg um das Moor herum wurden dann vor allem verschiedene Heuschrecken identifiziert. Auch ein einsamer Wachtelweizenscheckenfalter (Melitaea athalia) wurde zum Schluss noch beobachtet. Der Nachmittag war zwar nach langen Regentagen vom Wetter begünstigt, aber Ende Juli hätte es eigentlich viel wärmer sein können. Nach dreieinhalb Stunden im Moor lief man über den Winterhaltenweg zurück zum Bahnhof Hinterzarten. Die Teilnehmer, die nicht nur aus dem Schwarzwald kamen, bedankten sich ganz herzlich für den informativen Ausflug.

Perlmutterfalter

Heute am Sonntag Nachmittag am Naturschutzgebiet fünf verschiedene Perlmutterfalter fotografiert: Kaisermantel (Argynnis paphia), Großer Perlmutterfalter (Argynnis aglaja), Braunfleckiger Perlmutterfalter (Boloria selene), Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) und Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania). Dagegen sind die Bläulinge aktuell fast verschwunden, nachdem die Wiesen im Urseetal innerhalb von einer Woche vollständig mit (soweit ich es sehen kann) einer Ausnahme gemäht wurden. Im Garten fand sich aber immerhin am Thymian ein Weibchen vom Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe).

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(Klicken auf das Bild öffnet eine große Version.)

Schmetterlinge

Auf dieser und den verknüpften Seiten werden die verschiedenen Schmetterlinge, die bisher im Urseetal von uns fotografiert wurden, dokumentiert. Mit Ausnahme der Tagfalter ist die Liste wohl nicht erschöpfend, da gerade bei den Nachtfaltern kein regelmäßiges Aufnehmen stattgefunden hat und gerade wegen der Tageszeit auch nicht gewünscht war. Außerdem entziehen sich gerade die Mininachtfalter der Identifizierung durchs Fotografieren allein, da sie zwar immer angetroffen werden, aber selten mit ausgebreiteten Flügeln, was sie ansprechbar machen würde.

Aufgeteilt ist die Dokumentation vorläufig nach

Schmetterlingsführung um die Kappeler Kiesgrube

Logo Heute nachmittag führte Peter Simon aus Titisee-Neustadt eine Gruppe von Interessierten auf eine Schmetterlingsexkursion entlang des Bähnleradweges in Kappel und zur ehemaligen Kiesgrube. Im Unterschied zu früheren Jahren wurden diesmal einige Schmetterlinge gefangen und konnten danach eindeutig bestimmt werden: Gerade bei den verschiedenen Perlmutterfaltern erwies sich die Methode als günstig: Es wurden, Silberfleck-Perlmutterfalter (Boloria euphorsyne), Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia), Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania) und der Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) bestimmt. Dazu wurden die häufigeren Arten Kleiner Fuchs, Schornsteinfeger, Kleines Wiesenvögelchen gezeigt. Bei den Mohrenfaltern flog der Gelbbindige Mohrenfalter (Erebia meolans). Bei schönstem Wetter gelang man zur Kiesgrube, wo in diesem Jahr noch keine Rinder weideten (Zum Glück). Dort waren zahlreiche Männchen und Weibchen des Hauhechelbläulings (Polyommatus icarus) zu finden.

Gebannt verfolgten die Teilnehmer immer wieder die Schwarzen (obere Bilder) und Roten (untere Bilder), die über dem Gutachtal kreisten.

SchwarzerMilan

Peter Simon wusste mit seinem Wissen über Lebensweise und Bedrohung der Schmetterlinge die Teilnehmer zu beeindrucken. Er konnte aber auch einige wunderschöne Pflanzen vorführen, Rote und Violette Akelei und (wenn auch wegen eines Wildschweinüberfalls von über 100 auf 1 Pflanze reduziert) die Orchideen in der Kiesgrube. Erschöpft nach dem langen und heißen Nachmittag, aber mit vielen neuen Informationen dankten ihm die Teilnehmer ganz herzlich.