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Nycteola degenerana – Salweiden-Wicklereulchen

Nycteola degenerana

Diese kleine Eule sah ich im Juli am Netz. So unscheinbar sie auch scheint, es ist ein ganz besonderer Falter: Außer in BaWue, Bayern, und Sachsen kommt er in Deutschland nicht (mehr) vor. Die Verbreitungskarte von Schmetterlinge-D.de zeigt alle aktuellen (dunkelgrün) Funde. Der Fund aus Lenzkirch ist natürlich noch nicht in der Karte, aber im nächsten Jahr können Sie ihn dort finden. Sie ist im übrigen erst mein zweiter Falter aus der Nolidae-Familie. Offensichtlich ist der südliche Schwarzwald noch am besten für diesen Falter geeignet.

Auf der aktuellen Roten Liste von BaWue ist er mit 1 = vom Aussterben bedroht klassifiziert. Wir sind sehr froh, dass wir ihn im Urseetal beobachten konnten.

Kleinstes Insekt bisher

Nachdem ich gestern den größten je gesehenen Falter vorgestellt habe, hier vom gleichen Abend das kleinste fotografierte Insekt, eine Wiesenschaum-Zikade (Philaenus spumarius), so steht es jedenfalls in der Wikipädie. Andere Zikade, die ich gefunden habe, hatten keine braunen Augen. Neun Fäden senkrecht sind ein Centimeter, das Tier ist also kürzer als in 3 mm und weniger als 1 mm breit.  (Tamron 90mm 1/2.8 Macro freihand, am Licht)

Philaenus spumarius (Wiesenschaumzikade)

Neue Falter im Urseetal

Die Sammlung von Falter im Urseetal wird größer: Nicht bei den Tagfaltern, aber bei den Nachtfaltern und den Kleinschmetterlingen.

Nachtfalter: Die Raupe der Graue Felsflur-Staubeule (Hoplodrina respersa), eine Rotbraune Frühlingseule (Cerastis rubicosa), ein Frühlingskreuzflügel (Alsophila aescularia), Graugelber Breitflügelspanner (Agriopis marginaria), Hellgrauer Lappenspanner (Trichopteryx carpinata), ein Ringfleck-Rindenspanner (Cleora cinctaria), Großer Berberitzenspanner (Hydria cervinalis).

Kleinschmetterlinge: Buchenmotte (Diurnea fagella), Depressaria chaerophylli, Pyrausta despicata, Cydia strobella.

Winterfalter

Wo ich in den letzten Jahren immer davon gesprochen habe, die Faltersaison sei eröffnet, kann ich das dieses Jahr guten Gewissens nicht mehr behaupten. Die Faltersaison war nämlich nie zu Ende.

Alle Schmetterlinge überwintern, einige als Ei, als Raupe wie der Sackträger (Dahlica triquetrella) oder als Puppe, einige als Falter. Andere leben als Falter zur Winterzeit: Ptilophora plumigera und Operophtera brumata. Wenige Falter leben tatsächlich als Falter im Winter und auch danach: Zum Bespiel die Eulen Lithophane ornithopus, Conistra vaccini und Epsilia transversa. Wie sie das machen, weiß ich nicht. Tatsächlich müssen sie u.a. verhindern, dass die Hämolymphe, das “Blut” der Schmetterlinge einfriert, kristallisiert und dadurch die Gefäße sprengt. Beim Zitronenfalter weiß man, dass er ein Anti-Freezing-Protein besitzt, das dieses Gefrieren verhindert. Von anderen Faltern hat man (oder ich) keine Ahnung, ob sie es genauso machen.

Selbst die Tagfalter vom März sind mit einer Ausnahme alles Falter, die schon im letzten Jahr geschlüpft sind: Trauermantel, Großer und Kleiner Fuchs, Admiral, Tagpfauenauge, Zitronenfalter.

Der erste Falter, der in diesem Jahr geschlüpft ist, ist der Aurorafalter, der sich aber bis jetzt noch nicht in Pose gesetzt hat, um fotografiert zu werden. Allerdings ist weder die Knoblauchrauke, noch das Wiesenschaumkraut weit genug gewachsen und aufgeblüht, um als Sitzplatz zu dienen. Das Birkenjungferkind habe ich leider in diesem Jahr noch nicht finden können, nur vor einem Jahr. Das ist ein Falter der schon im Februar aus der Raupe schlüpfen kann, wenn es warm genug ist. Auch die Buchenmotte (Diurnea fagella) ist so ein früh schlüpfender Falter.

Die Grasminiermotte Agonopterix heracliana, die im Frühjahr aufeinmal im Zimmer auftauchte, wartet unter der Birkenrinde auf den Frühling. Als das Birkenholz vom kalten Holzschopf in die Wohnung getragen wurde, “erwachte” sie aus ihrer Winterstarre und flog durchs Zimmer.

Mächtig viel Aktivität im Urseetal

Heute habe ich den Großen Fuchs, den ich im letzten Jahr zum ersten Mal beobachtet habe, bestätigen können. Dazu kam das erste Bild in diesem Jahr vom C-Falter und vom Zitronenfalter, gesehen hatte ich sie schon vorher. Trauermäntel und Kleine Füchse gehören in diesem Jahr zu den Faltern, die man immer findet, genauso wie das Tagpfauenauge.

Falter in Lenzkirch – Beobachtung aus Urseetal und Kappel

Bernhard Kleine hat ein Buch herausgebracht, in dem er seine Bilder von 304 Faltern vorstellt. Das Buch kann mit dieser ausgedruckten Datei bestellt werden. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Ein Manuskript des Buches kann auch hier eingesehen werden. Der Ausdruck, auch zu privaten Zwecken, ist ohne vorige Zustimmung des Autors eine Verletzung des Urheberrechtes. Zur Zeit läuft noch die Subskription, bei der das Buch zu einem ermäßigten Preis bezogen werden kann.

Buch mit über 300 Falter aus Lenzkirch

Zur Zeit bis zum 30.4. 2019 läuft die Subskription für das Buch von Bernhard Kleine Falter in Lenzkirch. Darin werden über 300 Schmetterlinge (Tagfalter, Nachtfalter und Kleinschmetterlinge) vorgestellt, die der Autor vor allem im Urseetal in Lenzkirch fotografiert hat. Das Buch wird als Loseblatt-Sammlung im Din A5-Ordner erscheinen. Eine Probeexemplar kann im Café Wiest in Lenzkirch angeschaut werden. Bestellformulare gibt es dort auch.

Weitere Information erhalten Sie, wenn Sie eine Mail an Bernhard.Kleine(at)gmx.net schreiben.

61. Falter im Urseetal: Großer Fuchs – Nymphalis polychloros

Heute nachmittag war es erstmalig seit einer Woche nicht heiß oder regnete. Ein kurzer Spaziergang auf der Nordseite des Urseetales brachte mir ein Foto vom Aurorafalter, der erste der dieses Jahr sitzenblieb. Und ein Fuchs. Er war größer als sonst und ich habe mir sagen lassen, es ist ein großer.