Tagfalter im Juni 2015

In diesem Monat haben wir regelmäßig Falter beobachtet: am Anfang noch den Grünen Zipfelfalter, den Rostfarbigen Dickkopffalter, den Gelbbindigen Mohrenfalter und den Silberfleck-Perlmutterfalter, dann aber durch fast den ganzen Monat (und darüber hinaus) den Hochmoor-Perlmutterfalter. Ein Höhepunkt war das Foto des Quendelbläulings, für den keine Fundmeldung in Lenzkirch besteht. Immer wieder haben wir dem Baumweißling hinterher geschaut. Den Gelbwürfeligen Dickkopffalter haben wir an anderer Stelle wiedergesehen. Auch den Randring-Perlmutterfalter haben wir am Moor beobachtet. Admiral und Kleiner Fuchs (in der zweiten Generation) waren zu beobachten. Daneben waren Wachtelweizen- und Baldrianscheckenfalter häufig da. In der Mitte des Monats war dann auch der Schornsteinfeger da und löste den Pantherspanner als häufigsten Falter ab. Mittlerweile sind die Braundickkopffalter noch häufiger als der Schornsteinfeger. Die regelmäßige Beobachtung des Lilagold-Feuerfalter muß außerdem erwähnt werden. Gegen Ende des Monats wurde der Anblick des Mädesüß-Perlmutterfalters ein nettes, weil stabiles Erlebnis, am Moor ist das neben den Braundickkopffaltern der häufigste Falter. Ganz zum Ende können wir vom Schachbrettfalter berichtet und vom Rotbraunen Wiesenvögelchen berichten.  Das sind zwanzig Tagfalterarten im Juni, der wahrlich nicht warm war.

54. Falter: Großer Kohlweißling — Pieris brassicae

Wir hatten es schon vermutet, heute ist es durch Foto belegt. Es gibt im Urseetal den Großen Kohlweißling – Pieris brassicae.

großer Kolhweißling -  Pieris brassicae
großer Kolhweißling – Pieris brassicae

Der Falter ist nicht gefährdet, aber da er sehr selten geworden ist, sollte er unbedingt beschützt werden.

Kurzschwänzige Bläuling — Cupido argiades — 53. Falterart im Urseetal

Wir hatten ihn schon im Mai in Kappel oberhalb der Gutach beobachtet. Nun auch im Urseetal. DieserFalter kommt eigentlich hier nicht vor, er ist jedenfalls noch nie in Lenzkirch und Umgebung gesehen worden. Daher ist die Tatsache von zwei Fundmeldung kurz hintereinander eine große Überraschung. Zwar ist das Foto nicht ganz scharf, aber die Färbung ist eindeutig und der kurze Schwanz ist auch abgebildet.

Cupido argiades -- Kurzschwänzuger Bläuling
Cupido argiades — Kurzschwänzuger Bläuling
Weibchen des Kurzschänzigen Bläulings -- Cupido argiades
Weibchen des Kurzschänzigen Bläulings — Cupido argiades

Der Falter steht auf der Rote Liste als besonders gefährdet.

Er vermehrt sich angeblich und weitet sein Verbreitungsgebiet aus. Es ist sehr befriedigend, das mit zu dokumentieren.

Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge, Brennnessel-Zünsler, und der erste Lilagold-Feuerfalter in diesem Jahr

Beim Spaziergang am Moor heute nachmittag haben wir erfreuliches beobachtet: Die Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge haben wir noch nie gesehen, genauso wie den Brennnessel-Zünsler. Außerdem konnten wir diesem Jahr den ersten Lilagold-Feuerfalter finden.

Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge -- Saturnia pavonia
Raupen vom Kleinen Nachtpfauenauge — Saturnia pavonia

Die Raupen sitzen auf Mädesüß, das es ja im Urseetal in großen Mengen gibt.

Brennnessel-Zünsler -- Anania hortulata
Brennnessel-Zünsler — Anania hortulata

Dieser kleine Nachtfalter hing bei viel Wind an dem kleinen Halm und wurde hin und her geschüttelt.

Lilagold Feuerfalter - Lycaenae hippothoe
Lilagold Feuerfalter – Lycaenae hippothoe

Riesenschnake und andere Schnaken

Vor zwei Wochen haben wir im Urseetal am Bach vor dem Moor ein Riesenschnake (Tipula maxima) gesehen. Das ist wohl die größte Schnake bei uns.2015-06-06AmMoorSpaziergang (3 von 16) 2015-06-06AmMoorSpaziergang (1 von 16) 2015-06-06AmMoorSpaziergang (2 von 16)aus der Wikipedie: Die Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 40 Millimetern, bei einer Spannweite von 33 bis 65 Millimetern. Das Tier war wahrhaft an der Obergrenze.

Außerdem gibt es aus dem Fundus einen weiteren Fund vom Mai 2011. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Tipula scripta.
Tipula scripta IMGP3428IMGP3430detail2 IMGP3430detail1IMGP3429detail1

Die folgenden Schnaken sind noch vom letzten Jahr bekannt:

unbekannte Schnake--2 unbekannte Schnake-

Perla maginata – Große Steinfliege

Bei schönen Wetter und Sonnenschein sind in Lenzkirch, an der Straße nach Raitenbuch, und am Moor große Steinfliegen geflogen. Wir haben die fotografiert. Die Bestimmung von Steinfliegen aus dem Internet war etwas mühsam: Wikipedia ist nicht umfassend für die Plecoptera, den lateinischen Namen der Familie. Der Kosmosnaturführer von Aichele hat nur eine Art. Steinfliegen sind für Gewässerforscher wichtige Insekten, da sie die Güte eines Gewässers anzeigen. Dabei sind aber die Larven wichtig und in deren Unterschiede sind auch gut beschrieben. Auf einer Seite aus Frankreich fanden sich schließlich Bilder, den den unseren zum Verwechseln ähnlich sehen.

Große Steinfliege
Große Steinfliege
Große Steinfliege
Große Steinfliege, Weibchen trägt ein Eipaket

Geschlechterkampf

Die Falterschwergewichte, die sich paarten, waren schwer aktiv. Während man bei anderen Faltern meistens keine Bewegung sieht, zerrte hier das Männchen das Weibchen die ganze Zeit hinter sich her.  Das war ein Geschiebe und Gezerre, mal flatterte das Männchen, mal das Weibchen, das sie beide gemeinsam am Klee saugen, war nur die kürzeste Zeit.  Viel Spass beim Zugucken!

Quendelbläuling (Pseudophilotes baton) der 52. Falter im Urseetal

Beim Beobachten vom Hochmoor-Perlmutterfalter (wenigstens 6 Exemplare) saß auf einmal ein Bläuling bei uns. Das Foto zeigte eindeutig, dass es sich nicht um den Hauhechel-Bläuling handelte. Das Lepiforum.de bestätigte, es ist Pseudophilotes baton, der Westliche Quendel-Bläuling.

Dieser Falter ist seit Beginn der Aufzeichnungen nie in Lenzkirch gefunden worden, er steht auch nicht im Invertar des Ursee-Naturschutzgebietes. Er ist besonders geschützt laut Bundesartenschutzverordnung und gilt als stark gefährdet nach der Roten Liste. Die nächsten Funde waren 2011 in Titisee-Neustadt, 2004 in Feldberg und 2010 in St. Blasien. Also etwas ganz besonderes.

Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton
Quendelbläuling - Pseudophilotes baton
Quendelbläuling – Pseudophilotes baton

Oberseite (Foto von Sigi Kognitzki)

Quendelbläuling
Quendelbläuling, die (symmetrischen) schwarzen Flecken sind charakteristisch

Zum Verleich einen Hauhechelbläuling:

Hauhechelbläuling - Polyommatus icarus
Hauhechelbläuling – Polyommatus icarus

Dieser Falter hat einen weißen “Wisch” auf der Unterseite des Hinterflügels (und keine schwarzen Flecken auf der Vorderflügeloberseite).

Hochmoor-Perlmutterfalter – Boloria aquilonaris

2011 haben wir ihn schon mal gesehen. Heute war er wieder da, als erster Perlmutterfalter am Urseemoor. Dieser Falter galt laut Ebert als extrem bedroht. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn er gefunden wird. Er ist an die Anwesenheit der Gemeinen Moosbeere gebunden,  an der er seine Eier ablegt.

Schmetterlinge im Mai

Nun, da sich der Mai 2015 verabschiedet hat, ein Bericht der Falter im Mai 2015 aus dem Urseetal: Der häufigste Falter war mit Abstand der Pantherspanner, gefolgt vom Labkrautspanner. Auch der Aurorafalter war stark vertreten. Regelmäßig gesehen wurde auch der Grüner Zipfelfalter und der Grünaderweißling, dazu Admiral, Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs. Mehrere Silberfleckperlmutterfalter waren immer wieder unterwegs, ebenso wie Scheckenfalter, entweder Melitaea athalia oder britomartis. Zum Schluß des Monats kamen noch Distelfalter, Gelbbindinger Mohrenfalter, Kleine Kohlweißling und Kleine Würfeldickkopffalter hinzu. Das Highlight des Monats waren neue Beobachtungen des Gelbwürfeligen Dickkopffalters, der an mehreren Tagen gesichtet wurde, einmal auch mit 2 Exemplaren gleichzeitig. Selbst ein Schwalbenschwanz war unterwegs. Mehrer Spanner warten noch auf die Bestimmung. An der Gutach wurde zum der Dunkle Dickkopffalter und ein (sehr seltener) Kurzschänziger Bläuling (Cupido argiades) fotografiert.

Für des Urseetal ist das ein normales Jahr.

Neuer Falter (51.) im Urseetal: Carterocephalus palaemon – Gelbwürfeligen Dickkopffalter

Beim Spaziergang heute morgen haben wir einen Dickkopffalter fotografiert, den wir noch nie gesehen haben. 2015-05-23_FalterRaupen (4 von 31) 2015-05-23_FalterRaupen (5 von 31)2015-05-23_FalterRaupen (8 von 31)

Carterocephalus palaemon - Gelbwürfeliger Dickkopffalter
Carterocephalus palaemon – Gelbwürfeliger Dickkopffalter

Bestätigt wurde im Lepiforum.de, dass es sich tatsächlich um den im Schwarzwald seltenen Gelbwürfeligen Dickkopffalter – Carterocephalus palaemon handelt.

Zuletzt wurde der Falter von Stefan Hafner im Jahre 1999 in Lenzkirch beobachtet, sonst gibt es Funde in Ühlingen, Todtnau, Löffingen.

Sturm und Tornado

Der Sturm am Abend des 13. Mai hat auch in Lenzkirch eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Die Cyriakkapelle ist nur deshalb von Schäden verschont geblieben, weil die Bäume nicht in “Fahrtrichtung” des Sturmes gefallen sind, sondern nach Nordwesten. Viele Bäume sind einfach in drei Meter Höhe genickt.

Der Tornado (?) hat eine Schneise vom Feldberg, an Fischbach vorbei, an Lenzkirch vorbei, bis neben Bonndorf gezogen. Wir im Urseetal sind etwa 500 m von der betroffenen Stelle entfernt, aber die Cyriakkapelle war mittendrin, und die Häuser in der Schwende waren in unmittelbarer Nähe. Bonndorf hat der Tornado um 200 m verschont. Puh, gefährlich.

Im Urseetal sieht es allerdings nicht besser aus als in der Schwende:

 

Nochmal Bähnleradweg

Am 16.Mai war ich nochmal auf dem Bähnleradweg von Neustadt nach Lenzkirch. Es zeigten sich der Trauermantel, der vom Urseetal her bekannte Kleine Würfeldickkopffalter und ein Spanner, den das Lepiforum als Ematurga atomaria (LINNAEUS, 1758) – Heidespanner identifizierte.

Trauermantel – Nymphalis antiopa
Trauermantel - Nymphalis antiopa
Trauermantel – Nymphalis antiopa
Pyrgus malvae - Kleiner Würfeldickkopffalter
Pyrgus malvae – Kleiner Würfeldickkopffalter – frisch
Pyrgus malvae -Kleiner Würfeldickkopffalter abgeflogen
Pyrgus malvae -Kleiner Würfeldickkopffalter abgeflogen
Ematurga atomaria - Heidespanner
Ematurga atomaria – Heidespanner
Ematurga atomaria  - Heidespanner mit Frau
Ematurga atomaria – Heidespanner mit Frau

Am Bähnleradweg von Lenzkirch nach Neustadt

Heute habe ich einige Falter beobachtet, unter anderem den Kurzschwänzigen Bläuling (Cupido argiades) und den Dunklen Dickkopffalter (Erynnis tages). Für beide Falter liegen keine Fundmeldungen im Gutachtal vor, jedenfalls nicht aus den letzten 10 Jahren. Kann man bei schmetterlinge-bw.de in Karlsruhe nachvollziehen. Ich habe die Falter am Bähnleradweg, dort wo er nach der Kiesgrube wieder in den Wald gelangt, beobachtet. Außerdem habe ich danach in der Nähe des Bahnhofs Kappel-Gutachbrücke noch eine Silberfleck-Perlmutterfalter gesehen und fotografiert. Ist kein schönes Bild, aber eindeutig identifizierbar.

20150510 Cupido argiades (6 von 2)
Kurzschwänziger Bläuling – Cupido argiades
20150510 Cupido argiades
Kurzschwänziger Bläuling — Cupido argiades
Dunkler Dickkopffalter Erynnis tages
Dunkler Dickkopffalter Erynnis tages

20150510 Boloria euphrosysne (8 von 3)

Heute (und gestern schon) sind die ersten Libellen geschlüpft: Vierfleck — Libellula quadrimaculta

Es ist immer wieder schön, wenn die Libellen schlüpfen. An einigen Pflanzen aus dem Teich hängen dann die jungen Imagines und warten darauf, dass Körper und Flügel aushärten.

Heute waren die Vierflecke dran. Sie werden wir dann später im Jahr wiedersehen, wenn das Weibchen die Eier ablegt.

In meinem Buch “Hormone und Hormonsystem” habe ich ausführlich beschrieben, wie die Häutung und das Verhalten bei der Häutung durch einige Hormone reguliert wird.

Man sieht frühe Stadien, bei denen die Farbe nur rudimentär verhanden ist, und dann fast fertige Tiere.

Update einen Tag später: wieder sind wenigstens sechs Vierflecke geschlüpft.

Auch am 12.5.2015 gab es die Metamorphose von wenigstens 10  Vierfleck-Libellen. Dazu ist wohl auch die Frühe Adonislibelle fertig entwickelt.

Ichneumon stramentarius (Schlupfwespe) am Holzstumpf

Heute habe ich dieses Tier gefunden. Ich habe in Diptera.info nach dem Namen gefragt. Mit den weißen Streifen auf dem Fühlern sieht es fast so aus, das Tier sei an den Fühlern verletzt und die Fühler seien mit Verbandstoff verbunden :).

Edit: Es handelt sich um eine Schlupfwespe. Kein deutscher Name. Verwechslung möglich

 

Bei uns im Urseetal